Mi, 17. Juli 2019
02.07.2019 13:44

Anwalt beschuldigt

Angeblicher Mordauftrag: Anklage zurückgezogen!

Dieses Vorgehen hat wahrlich Seltenheitswert: Obwohl bereits der Akt einem Richter zugeteilt wurde und Verhandlungsvorbereitungen liefen, hat die Wiener Staatsanwaltschaft nun eine bereits rechtskräftige Anklage gegen einen Wiener Anwalt wegen eines angeblichen Mordauftrages wieder zurückgezogen - aufgrund erheblicher Zweifel. Das Verfahren gilt damit als eingestellt.

Konkret waren der Staatsanwaltschaft nachträglich Zweifel gekommen, ob die inkriminierten Anschuldigungen, die sich auf Angaben eines Belastungszeugen stützten, den Tatsachen entsprechen. „Nach Anklageerhebung wurden neue Beweismittel vorgelegt, die die Beweislage geändert haben“, bestätigte Behördensprecherin Judith Ziska. Mit dem Rückzieher der Staatsanwaltschaft gilt das Verfahren um den angeblichen Mordauftrag als eingestellt.

Ende März 2018 war der Rechtsanwalt in Untersuchungshaft gekommen. Der Verdacht: Er soll einen Automechaniker bulgarischer Abstammung damit beauftragt haben, einen 57 Jahre alten Mann zu überfahren bzw. sollte er diesen von der bulgarischen Mafia nach Bulgarien verschleppen, verschwinden oder dessen Tochter entführen lassen. Angebliches Motiv: Der 57-Jährige war in einem gegen den Anwalt anhängigen Betrugsverfahren um ein gefälschtes Testament als Belastungszeuge aufgetreten. Der Anwalt habe verhindern wollen, dass der Zeuge - ein pensionierter Mitarbeiter der Wiener Müllabfuhr - vor Gericht gegen ihn aussagt, behauptete der Bulgare, wobei die Anklagebehörde dem zunächst Glauben schenkte.

„Vorwürfe reine Fantasie“
„Die Vorwürfe haben sich als reine Fantasie des Belastungszeugen erwiesen, der den Doktor angezeigt hatte“, schilderte die Rechtsvertreterin des Anwalts, Silvia Vinkovits, am Dienstag. Und weiter: „Dieser Mensch wollte ihn (den Anwalt, Anm.) unter Druck setzen, weil man sich finanziell nicht einig geworden ist. Da hat er ihm gedroht und gemeint, er wird schon noch an ihn denken.“ Zum Glück habe sich „die Unschuld des zu Unrecht Verdächtigen herausgestellt“, meine Vinkovits.

Seine Unschuld hatte der Anwalt auch bis zuletzt beteuert, im vergangenen Herbst wurde er aus der U-Haft entlassen, aufgrund mangelnden dringenden Tatverdachts. Wohl bereits zu diesem Zeitpunkt bestanden Zweifel an der Richtigkeit der Angaben des Mechanikers. Die Mordanklage wurde später aber dennoch seitens der Staatsanwaltschaft eingebracht, nachdem der Jurist in seinem Betrugsverfahren zu drei Jahren Haft verurteilt worden war - dies ist mittlerweile auch rechtskräftig. Der Anwalt habe die Aufforderung zum Strafantritt bereits erhalten, hieß es.

In dem Verfahren war es um den Vorwurf gegangen, der Jurist habe sich das Erbe eines verstorbenen Ex-Diplomaten aneignen wollen, und zwar mit einem nicht rechtmäßig zustande gekommenen Testament. Insgesamt ging es um 1,7 Millionen Euro.

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