28.06.2019 06:45

Montenegro

Im „Land der schwarzen Berge“

Traumhafte Strände, karge Gebirgszüge und ursprüngliche Dörfer - das „Land der schwarzen Berge“ an der südöstlichen Adriaküste erwacht zusehends aus einem Dornröschenschlaf und verzaubert mit seiner unglaublichen Vielfalt.

Etwas mehr als eine Stunde dauert der Flug von Wien in die montenegrinische Hauptstadt Podgorica. Bis vor Kurzem galt Montenegro als absoluter Insidertipp unter Reisenden. Außer ein paar Seglern haben sich nur wenige Touristen hierher verirrt. Mittlerweile entwickelt sich das kleine Mittelmeerland aufgrund der vielfältigen Möglichkeiten aber immer mehr zur Trenddestination. Charmante Küstenstädte, weitläufige Sandstrände, atemberaubende Landschaften und viel mediterranes Flair sorgen dafür. Die Kurzbeschreibung Montenegros liest sich übrigens wie ein Auszug aus dem Buch der Rekorde: Hier gibt es den mit dreizehn Kilometern längsten Strand der Adria, den größten Binnensee des Balkans, die tiefste Schlucht Europas sowie den einzigen Fjord des Mittelmeerraumes. Im Hinterland ragen die schroffen Gipfel des Durmitor-Gebirges bis in hochalpine Regionen hinauf.

Das Herz des Tourismus schlägt jedoch entlang der Küste
Städte wie Kotor oder Budva punkten mit ihrem mediterranen Charme. Auch einige der schönsten Strände erstrecken sich rund um Budva. Dem trug die Hotelgruppe Falkensteiner Rechnung und eröffnete in der malerischen Bucht von Bečići, zwei Kilometer von Budva entfernt, ihr erstes Hotel in Montenegro. Bis vor Kurzem noch unter dem Namen Queen of Montenegro bekannt, wurde das Vier-Sterne-Haus nach einer vollständigen Renovierung im heurigen Mai neu eröffnet. Nur zweihundert Meter trennen das Hotel vom privaten Kieselstrand, der 2018 mit dem Prädikat „Blaue Flagge“ für die saubersten Strände, ausgezeichnet wurde.

Wer einen Pool dem glasklaren Wasser der Adria vorzieht, kommt im Acquapura Spa auf seine Rechnung. Ein großzügiger Infinity-Pool samt Sonnendeck im Innen- und Außenbereich sowie ein zusätzlicher Pool im Garten der Anlage lassen ausreichend Platz zum Schwimmen und Relaxen. „Adults only“ lautet das Konzept des Hauses, das neben den 236 Standardzimmern und Suiten dennoch fünf Familienzimmer im Angebot hat. Neben verschiedensten Massagen, kosmetischen Behandlungen, Fitness- und Entspannungsprogrammen runden Sauna und Dampfbad das Wohlfühlangebot ab. Und wer die Nacht zum Tage machen möchte, findet dazu im hauseigenen Casino, dem Beach Club oder an der Lobbybar die besten Voraussetzungen.

Montenegro punktet nicht nur mit wunderbaren Stränden,auch kulturell hat das Land einiges zu bieten. Nur ein kurzer Fußmarsch ist es vom Hotel entlang der Strandpromenade in die mittelalterliche Altstadt von Budva. Den Reiz der engen Gassen und der mächtigen Zitadelle wussten auch schon diverse Hollywood-Produzenten zu schätzen, und so war die Stadt des Öfteren Kulisse für den einen oder anderen Hollywood-Schinken. Im Landesinneren verändert sich die Landschaft, wird rauer. Wir fahren mit dem Bus in die Berge. Unser Ziel heißt Cetinje.

Die ehemalige montenegrinische Hauptstadt liegt auf einer Hochebene zu Füßen des Lovćen-Gebirges, einem 64 Quadratkilometer großen Nationalpark. Die Stadt selbst ist überschaubar. Vadin Dom, der ehemalige Regierungssitz, beherbergt heute die Museen für Geschichte und Kunst. Nur zweihundert Meter weiter liegt das Kloster Cetinje. Eng schmiegt es sich an den Felsen. Hier befand sich über mehrere Jahrhunderte das geistliche Zentrum des Landes und immer noch ist es Sitz des Metropoliten.

Einen extravaganten Platz für seine letzte Ruhestätte hat sich Petar II. Petrović-Njegoš, einer der bedeutendsten Fürstenbischöfe und Dichterfürst, ausgesucht. Über eine kurvenreiche Bergstraße erreichen wir Jezerski Vrh., mit 1657 Metern der zweithöchste Gipfel im Lovćen-Nationalpark. Die im Jahr 1845 auf dem Gipfel errichtete Grabkapelle wurde im Zuge der Kriegswirren des Ersten Weltkrieges vollkommen zerstört, wieder aufgebaut und später durch ein Mausoleum des kroatischen Bildhauers Ivan Meštrović ersetzt. Vierhunderteinundsechzig Stufen führen vom Parkplatz durch einen Tunnel hinauf zu dem Monument. Schon wegen der Aussicht, die sich von der Aussichtsplattform hinter dem großzügigen Grabstätten-Komplex eröffnet, lohnt sich die Anstrengung. Bei klarem Wetter liegt einem Montenegro hier praktisch zu Füßen.

In engen Serpentinen führt die schmale Panoramastraße weiter hinunter nach Kotor. Bei entgegenkommenden Fahrzeugen wird es eng für unseren Bus. Doch der Fahrer ist hier nicht zum ersten Mal unterwegs und meistert alle Engstellen mit Bravour.

Kotor muss man gesehen haben! Wenn es darum geht, die schönste Stadt Montenegros zu küren, liegt Kotor unangefochten auf Platz eins. Die autofreie Altstadt mit einem Architekturmix aus venezianischen Barockbauten und österreichisch-ungarischen Bürgerhäusern ist umgeben von gewaltigen Festungsmauern, die sich einen steilen Berghang hinaufschlängeln.

Die umfriedete Stadt erhielt nach einem verheerenden Erdbeben im Jahr 1979 von der UNESCO den Titel Weltkulturerbe. Seit Kotor immer öfter auch von Kreuzfahrtschiffen angelaufen wird, sind die engen, verwinkelten Gassen voll von Touristen. Wenn diese abends auf ihre Schiffe zurückkehren, lässt sich das Flair dieser alten Hafenstadt erst so richtig genießen.

Eva Bukovec, Kronen Zeitung

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