28.06.2019 07:00

Album „Let‘s Rock“

The Black Keys und ihre Hommage an die E-Gitarre

The Black Keys veröffentlichen heute ihr neuntes Studioalbum „Let‘s Rock“. Der Name ist Programm, auch wenn der Inhalt nicht so heftig ausgefallen ist, wie das Covermotiv, ein elektrischer Stuhl, vermuten lassen könnte. Der Bogen spannt sich von Glam, Boogie und Psych bis zu 70er-Radio-Hymnen. Eine „Hommage an die elektrische Gitarre“, bezeichnet Drummer Patrick Carney die Songsammlung.

Es ist das erste Album seit fünf Jahren der Band aus Akron, Ohio, und sollte zurück zu den Basics gehen, wie Carney und Kollege Dan Auerbach (Gitarre, Gesang) im Vorfeld angekündigt haben. „Wir haben einen simplen Ansatz gewählt und alles überschüssige Beiwerk weggelassen, ganz so, wie wir es früher handhabten“, wird der Schlagzeuger in einer Aussendung der Plattenfirma Warner zitiert. Nun, ganz so rotzfrech nach Garage und Lo-Fi wie frühe Glanzstücke der Sorte „Magic Potion“ hört sich das Ergebnis nicht an.

Bunte Mischung
Aber „Let‘s Rock“, gleichermaßen reduziert wie sorgfältig produziert, hat einiges zu bieten: Der Opener „Shine A Little Light“, ausgestattet mit einer fetten Leadgitarre, geht sofort ins Ohr und drängt sich als Soundtrack für sommerliche Trips auf, „Eagle Birds“ hebt mit einem gediegenen Fuzz-Gitarren-Sound ab, die aktuelle Single „Lo/Hi“ erinnert an elektrischen Boogie von ZZ Top und „Tell Me Lies“ hätte ein riesen Hit im amerikanischen MOR-Rock-Radio der Siebziger sein (und etwa von Fleetwood Mac stammen) können.

„Get Yourself Together“ ist schwereloser Glamrock und „Sit Around And Miss You“ führt in den unschuldigen Poprock der 60er-Jahre mit Fab-Four-Touch zurück. Dazwischen gibt es noch eine Brise Psych-Rock („Go“) und Midtempo-Stampfer, ehe gegen Ende ein wenig die Luft draußen ist. Da kommt „Fire Walk With Me“, der Schlusspunkt, gerade recht. Denn was wäre eine Hommage an die E-Gitarre ohne Hommage an Jimi Hendrix - da tobt sich also Auerbach am Ende im Stil des Meisters aus.

Endlich wieder
„Let‘s Rock“ wurde „geschrieben, live getrackt und produziert von Auerbach und Carney im Easy Eye Sound Studio in Nashville“, so die Information. Nach ihrer letzten Tournee sei man ausgebrannt, eine Pause dringend notwendig gewesen, hatte das Duo verlauten lassen. Diese hat The Black Keys gut getan, auch wenn die Klasse des Durchbruchalbums „Brothers“ oder ihrer Blues-Hommage „Chulahoma: The Songs of Junior Kimbrough“ mit „Let‘s Rock“ unerreicht bleibt. Aber es ist eine Freunde, wie beherzt man losrockt - quer durch den stilistischen Garten - und darüber die Black-Keys-Trademarks legt.

Metalfans wird das Cover von „Let‘s Rock“ an Metallicas „Ride The Lightning“ erinnern, denn auch auf diesem war ein unter Strom stehender elektrischer Stuhl zu sehen. Bei The Black Keys ist allerdings Tanzen statt Headbangen angesagt.

APA/Wolfgang Hauptmann

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