07.06.2019 14:21 |

French Open

Erfolgslauf von US-Wunderkind Anisimova gestoppt

Während bei den Herren die Top 4 der Weltrangliste geschlossen ins Halbfinale der French Open eingezogen sind, war bei den Damen nur eine aus den Top Ten in der Vorschlussrunde dabei. Und fast wäre auch Ashleigh Barty (AUS-8) am Freitag gestrauchelt. Doch die 23-jährige verhinderte eine Fortsetzung des Siegeszugs der 17-jährigen US-Amerikanerin Amanda Anisimova (WTA-51.).

Gegnerin der Australierin wird die bis vor dem zweiten Grand-Slam-Turnier auf Platz 38 gelegene Marketa Vondrousova sein. Die 19-jährige Tschechin setzte sich an einem wieder kühlen und windigen Tag in Paris gegen die favorisierte Britin Johanna Konta (GBR-26) nach 105 Minuten 7:5, 7:6(2) durch. Vondrousova machte in beiden Sätzen ein 3:5 wett, musste im ersten Satz sogar drei Satzbälle abwehren. Konta hatte als einzige der vier Semifinalistinnen schon zuvor Major-Halbfinali (Australien 2016, Wimbledon 2017) erreicht.

Doch das Match des Tages bei den Damen war jenes zwischen Barty und Halep-Bezwingerin Anisimova, denn das Match verlief so kurios wie eigentlich das gesamte Damenturnier. Barty ging gegen eine nervöse Kontrahentin zunächst klar mit 5:0 in Front und hatte bei Aufschlag Anisimova und 15:40 zwei Bälle zum 6:0. Doch plötzlich fing sich die Außenseiterin, die im Viertelfinale Titelverteidigerin Simona Halep mit 6:2, 6:4 eliminiert hatte.

Anisimova machte sechs Games in Folge, musste dann bei 6:5 aber wieder ihren Aufschlag abgeben. Im Tiebreak geriet die in New Jersey geborene Anisimova 2:4 in Rückstand, holte dieses dann aber 7:4. Als die 17-Jährige im zweiten Satz mit zwölf Punkten in Folge rasch 3:0 in Führung ging, sah es schon nach einer Fortsetzung der Serie aus. Doch nun war es Barty, die sechs Games en suite machte. Im dritten Durchgang gelang Anisimova ein Break zum 2:1, aber Barty schlug sofort zurück und machte nach dem 2:2 ein weiteres Break zum 4:2. Nach 1:53 Stunden jubelte die Australierin über den Einzug in ihr erstes Major-Endspiel.

„Ich kann es nicht glauben. Es war eine aufregende Reise und ich kann es nicht erwarten, was morgen passiert“, erklärte Barty, die sich zur ersten australischen Finalistin in Roland Garros seit Samantha Stosur 2010 kürte. Sollte sie den Titel holen, dann wäre sie wohl australische Nationalheldin, denn dieses Kunststück ist seit Margaret Court vor 46 Jahren in Paris keiner Spielerin von „down under“ gelungen. „Amanda war so aggressiv, aber ich bin stolz, dass ich weiter gekämpft habe“, blickte Barty zurück. „Die Bedingungen waren sehr schwierig für beide von uns, es war kalt und windig.“

Barty ist damit erstmals in die Top 3 der Welt eingezogen, sollte sie den Titel holen, wird sie Nummer 2. Vondrousova springt nun um 22 Ränge an die 16. Stelle. Wenn sie sensationell den Titel holt, katapultiert sich die 19-Jährige an die elfte Position. Für die Finalistin werden am Samstag 1,18 Millionen, für die Gewinnerin 2,3 Millionen Euro ausgeschüttet.

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