Do, 27. Juni 2019
27.05.2019 06:47

EU-Wahl

Der „Kurz-Turbo“ zündete auch in Kärnten

Der „Kurz-Turbo“ hat auch in Kärnten voll gezündet. Punkt 23 Uhr war das knappe Rennen zwischen VP und SP um Platz 1 entschieden: 29,2 Prozent wurden laut Auszählung (noch ohne Wahlkarten) der ÖVP zugewiesen (2014: 19,95%), die SPÖ landete bei 30,2 Prozent (2014: 32,8 %), die FPÖ bei 22,4 Prozent (2014: 20,2%).

Es könnte sein, dass erst die Wahlkarten das Rennen um den Siegerplatz auf dem Podest entscheiden. Insider gehen aber schon davon aus, dass die SPÖ knapp vorne bleiben kann. Trotzdem wäre ein solches Ergebnis kein Ruhmesblatt für die siegverwöhnte Kärntner Sozialdemokratie.

Noch zwei weitere Ergebnisse: Die Grünen erreichtten 9,1 Prozent, die Neos 7,5 Prozent erreichen.

Wohl keine Kärntner
Wichtige Folge der Wahl: Wenn nicht noch ein Wunder geschieht, wird das künftige EU-Parlament ohne Kärntner auskommen müssen, Claudia Wolf-Schöffmann, Nummer 10 auf der ÖVP-Liste, jubelt trotzdem: „Es ist großartig. Aber jetzt heißt es weiterzittern.“ Für die St. Veiterin heißt das Prinzip Hoffnung Wahlkarten. Gelingt es ihr, drei eigene türkise Mitbewerber zu überholen, sitzt sie künftig im EU-Parlament.

Der auf Platz 9 gereihte Luca Kaiser spricht von einem „schmerzlichen Ergebnis, weit unter den Erwartungen“. Für den Sohn des Landeshauptmannes, der seine Stimme in Begleitung des Seniors an der Universität Klagenfurt abgab, handelte es sich gestern um eine „vorgezogene Kanzlerwahl.“ Luca Kaiser wird das EU-Parlament jedenfalls nicht von innen sehen.

Einen „sehr gemütlichen Tag“ verbrachte die freiheitliche Spitzenkandidatin für Kärnten, die Villacherin Elisabeth Dieringer-Granza: „Zuletzt kam der Haushalt ohnehin zu kurz.“ Mit dem als Folge eines Sportunfalls eingegipsten Sohn Iacopo wurde in Drobollach am Faaker See gewählt. Danach ging es in den FPÖ-Landtagsklub in Klagenfurt. Dieringer: „Das Ergebnis zeigt, dass unsere Wählerrückholaktion beginnt.“

Interessant ist nach dem Wahltag die Situation von Grün-Kandidatin Olga Voglauer aus Ludmannsdorf. Eigentlich nur auf Platz 5 der grünen Liste, bietet sich für sie eine Rechnung an: Bleibt Parteichef und Bundesspitzenkandidat Werner Kogler im Nationalrat – auch in einem zukünftigen und wie immer gearteten – und gibt’s nach einem Brexit ein drittes Mandat für die Grünen, fehlt nur noch ein Platz.

Erfreulich war am gestrigen Sonntag in Kärnten jedenfalls der Trend bei der Wahlbeteiligung: Gerhard Jessernig von der Wahlabteilung beim Land: „Sie stieg um mehr als zehn Prozentpunkte gegenüber der Wahl 2014 und liegt bei 45,32 Prozent.“ Fast jeder Zweite hat also gewählt.

LH Kaiser: „Das Ergebnis enttäuschend für SPÖ!“
„Das Ergebnis enttäuscht doch. Die Europafrage trat zugunsten einer Kanzlerfrage und der Frage nach dem Überleben einer Partei in den Hintergrund,“ so die Reaktion von LH Kaiser. „Das Schmuddel-Video der FPÖ und die von Kurz gesprengte Regierung haben Europaaspekte überdeckt.“

Martin Gruber: „Auf Augenhöhe mit SPÖ“
Von einem sensationelle Ergebnis„ und einem “Erdrutsch„ spricht der Obmann der Kärntner Volkspartei, Martin Gruber. “Wir sind auf Augenhöhe mit der SPÖ. Das zeigt, dass der auch in Kärnten eingeschlagene Weg der richtige Weg ist."

Darmann: „Kampagne gegen FP zog nicht!“
„Die Schmuddelkampagne gegen die FPÖ hat nicht gezogen!“, meint der blaue Landesobmann Gernot Darmann im ORF. Für das heute, Montag, vorliegende Endergebnis erwartet sich Darmann ein leichtes Plus beim Ergebnis der Kärntner Freiheitlichen.

Fritz Kimeswenger
Fritz Kimeswenger

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