12.05.2019 16:07 |

Nach „Blockade“

Deutsche NGO Sea-Watch „endlich wieder unterwegs“

Sea-Watch ist wieder zu einer Mission ins Mittelmeer aufgebrochen. Nachdem ein niederländisches Gericht eine Blockade aufgehoben hätte, „sind wir endlich wieder unterwegs ins Suchgebiet“, twitterte die deutsche Organisation. Italiens Innenminister Matteo Salvini indes will das, was er und zahlreiche Unterstützer „Schlepperei“ nennen, aktiver bekämpfen und droht mit Ermittlungen und drakonischen Strafen.

Am Wochenende sorgte Salvini mit einem neuen Plan für Aufsehen: Demnach sollen Flüchtlingshelfer, die unerlaubt Menschen nach Italien bringen, eine Strafe zwischen 3500 und 5500 Euro pro an Land gebrachten Migranten bezahlen.

„Vielleicht ist es der Moment, sich zu fragen, ob dieses Land nicht die Schwelle zum Abgrund übertreten hat“, erklärte daraufhin die NGO Mediterranea. Das Recht auf Leben und die Solidarität werde kriminalisiert. „Wir geben uns nicht der Unmenschlichkeit, der Gleichgültigkeit, den Todesfällen auf See hin“, betonte die italienische Organisation: „Wir betrachten das Mittelmeer (nicht) als Wüste des Todes!“

„Überfahrt gefährlich wie nie zuvor“
Die Zahl der Migranten, die sich auf den Weg über das zentrale Mittelmeer nach Europa machen, sei drastisch gesunken, erklärte der Sprecher des UNO-Flüchtlingshochkommissariats UNHCR, Flavio Di Giacomo. Die Zahl der Toten liege aber in diesem Jahr mit 307 fast auf dem gleichen Niveau wie im Vorjahreszeitraum mit 383. „Es ist klar, dass die Überfahrt über das Mittelmeer nun so gefährlich wie nie zuvor ist.“

Immer wieder Migranten in Seenot
Trotz allem machen sich immer wieder Menschen auf den gefährlichen Weg in Richtung Europa. Die maltesischen Streitkräfte retteten zuletzt 85 Migranten aus Seenot und brachten sie an Land. Ein Schiff der italienischen Küstenwache rettete am Sonntag 64 Migranten, die an Bord eines Bootes vor der Küste der Stadt Crotone in der süditalienischen Region Kalabrien wegen eines starken Gewitters in Seenot geraten waren. Wegen der schlechten Wetterlage gab das Innenministerium in Rom die Genehmigung zur Landung der Migranten, zu denen 18 Kinder zählten, berichteten italienische Medien.

Italien unterstützt die libysche Küstenwache auch dabei, die Menschen zurück in das Bürgerkriegsland zu bringen. Dort drohen den Migranten nach Angaben von internationalen Helfern allerdings schwerste Misshandlungen. Italien pocht auf eine gerechte Verteilung von Geflüchteten auf alle EU-Staaten.

Die „Sea-Watch 3“ fährt unter niederländischer Flagge und wurde wie andere NGO-Schiffe zuletzt mit Migranten an Bord auf dem Meer blockiert. Anschließend konnte die NGO wegen eines Rechtsstreits in den Niederlanden nicht in See stechen. 

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