06.05.2019 08:00 |

Es drohen Kürzungen

Brexit lässt Bauern ums Geld zittern

Es ist ausnahmsweise nicht der Milchpreis, der die Salzburger Bauern schwitzen lässt: Sondern das Agrarbudget der EU ab 2021, das wegen des Brexits sinken soll. Für die Landwirte könnte das Förder-Einbußen in Millionenhöhe bedeuten.

Beinahe hätte man es in den schier unendlichen Brexit-Debatten übersehen: Das immer noch zu verhandelnde EU-Budget für den Zeitraum von 2021 bis 2027, das speziell im Agrarbereich vor allem wegen des Brexits sinken soll. Konkret auf 365 Milliarden Euro (nach 408 Milliarden im bis 2020 geltenden Hauhalt).

Was auch in Salzburg für herbe Einschnitte sorgen könnte, sofern der Vorschlag in den Verhandlungen nach der EU-Wahl angenommen wird: Anstatt der 100 Millionen Euro, die derzeit EU, Bund und Land als Agrarbudget zusammenlegen, wären es „nur“ noch 86 Millionen Euro, so Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP).

Also ein sattes Minus von 14 Prozent, das die Landwirte besorgt. Wie auch Gertraud Schober, da Fördermaßnahmen gekürzt werden könnten: „Es ist fraglich, ob wir Bauern mit weniger Budget unsere Landschaft weiterhin so gut pflegen können“, so die 39-Jährige, die mit ihrem Bruder die Mattigtaler Hofkäserei in Seekirchen betreibt.

Auch beim Präsidenten der Landwirtschaftskammer, Rupert Quehenberger, schrillen die Alarmglocken: „Eine solche Kürzung hätte drastische Auswirkungen für unsere kleinstrukturierte Landwirtschaft.“ Ein Bauernsterben könnte eintreten, von dem Salzburg bisher weniger betroffen war: Seit dem EU-Beitritt hörten jährlich nur 0,8 Prozent der Bauern auf – bundesweit ein Spitzenwert.

Landesrat Schwaiger will die Kürzungen nicht akzeptieren: Er will zu den Budget-Verhandlungen nach Brüssel reisen– gemeinsam mit Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP).

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