04.05.2019 12:26 |

Krise in Venezuela

Guaido: Hochrangige Militärs zum Überlaufen bereit

Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaido erwartet nach eigenen Angaben, dass sich zahlreiche hochrangige Militärs im Machtkampf mit Staatschef Nicolas Maduro auf seine Seite schlagen werden. „Hochrangige Offiziere und mittelrangige Offiziere haben sich geäußert. Es gibt Unzufriedenheit im Militär“, sagte Guaido.

Wie viele Soldaten genau sich seinem gescheiterten Militäraufstand am Dienstag angeschlossen hätten, sagte er nicht. Es seien aber Majore und Generäle unter ihnen gewesen. Maduro hatte gedroht, die Beteiligten festnehmen zu lassen. Bisher habe es aber keine Festnahmen gegeben, so der Interimspräsident.

Aufruf zu Marsch zu Militärkasernen
Seine Unterstützer rief Guaido auf, am Samstag zu Militärkasernen und Stützpunkten zu marschieren, um die Armee zum Seitenwechsel zu bewegen. Dabei solle dem Militär „ein Dokument“ oder „eine Erklärung“ übergeben werden, sagte Guaido. Für Sonntag plant die Opposition eine Mahnwache und Gebete für die Todesopfer der jüngsten Proteste. Bei den Demonstration in den vergangenen Tagen wurden mindestens fünf Menschen getötet.

Video: Machtkampf in Venezuela fordert erste Todesopfer

Am Dienstag war der Oppositionsführer Leopoldo Lopez angeblich auf Anweisung Guaidos von aufständischen Soldaten aus dem Hausarrest befreit worden. Ein geplanter Umsturzversuch gegen die Regierung Maduros scheiterte allerdings zunächst.

Mit seinem jüngsten Coup hat Guaido wieder Bewegung in den zuletzt festgefahrenen Machtkampf gebracht. Der junge Abgeordnete hatte sich am 23. Jänner selbst zum Interimspräsidenten ernannt. Trotz breiter internationaler Unterstützung verliefen seine Versuche, einen Machtwechsel in dem südamerikanischen Erdölland zu erzwingen, bisher jedoch vergeblich.

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