"Soziale Hängematte"

Mindestsicherung Neu wackelt: ÖVP tritt auf die Bremse

Steiermark
24.03.2010 16:35
Soziallandesrat Siegfried Schrittwieser (SPÖ) plant, 5.000 beschäftigungslosen Steirern künftig eine Mindestsicherung zu zahlen: 14-mal im Jahr 744 Euro. Jetzt regt sich allerdings Widerstand: Der steirische Landtag, allen voran die ÖVP, verweigert vorerst den Sanctus - bis zum Sommer wird nun weiterverhandelt.

Die Bundesregierung hatte sich auf eine Mindestsicherung in der Höhe von 744 Euro verständigt (Video in der Infobox), überlässt die genaue Umsetzung aber den Ländern. Der zuständige Landesrat der Steiermark, Siegfried Schrittwieser, kündigte an, den Grundbetrag 14-mal auszahlen zu wollen, also quasi inklusive "Urlaubs- und Weihnachtsgeld".

ÖVP: 12-mal wäre okay
Das stößt anderen Parteien aber sauer auf, vor allem der ÖVP. Wortführer ist Klubobmann Christopher Drexler (im Bild oben am Rednerpult): "12-mal ja, mehr erscheint mir aber zu nahe an der sozialen Hängematte zu sein." Es müsse einen deutlichen Unterschied zwischen Einkommen im Niedriglohnbereich und der Mindestsicherung geben. Kritik, die Schrittwieser nicht nachvollziehen kann: "Alle, die da ein Luxusleben orten, sollen selbst einmal versuchen, mit 744 Euro im Monat auszukommen!"

Abstimmung zum Thema in der Infobox!

Wie auch immer: Eine definitive Entscheidung, wie oft im Jahr nun tatsächlich ausbezahlt wird, wird erst in einigen Wochen fallen. Weil auch die Kommunisten der SPÖ das Gefolge verweigerten und es im Landtag keine Mehrheit gab, soll vor der Sommerpause noch einmal abgestimmt werden.

Daten und Fakten

  • Wie viel könnte in der Steiermark ausbezahlt werden?
    744 Euro für Alleinstehende, insgesamt 14-mal im Jahr. Dies entspricht - umgerechnet auf zwölf Monate - einer monatlichen Auszahlung von 868 Euro. Zum Vergleich: Die Armutsgrenze liegt derzeit bei 830 Euro. Wohn- und Heizkostenzuschuss sind bereits inkludiert. 
  • Wer soll dann anspruchsberechtigt sein?
    All jene, die gar nichts verdienen oder deren monatliches Einkommen unter 744 Euro liegt (sie bekommen eine Aufzahlung). Allerdings bekommen sie keine Sozialhilfe, wenn sie die vom AMS vorgeschlagene Arbeit verweigern. Außerdem müssen sie sich verpflichtend einem Gesundheitscheck unterziehen, falls sie sich für arbeitsunfähig erklären. 
  • Wie schaut's im Bund aus?
    Die Bundesregierung schlägt eine zwölfmalige Auszahlung vor, es gilt allerdings ein "Verschlechterungsgebot".

von Gerald Schwaiger ("Steirerkrone") und steirerkrone.at
Archivbild

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Steiermark
24.03.2010 16:35
Loading

Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.

Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.

Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.

Steiermark
Kostenlose Spiele
Vorteilswelt