So, 26. Mai 2019
26.04.2019 06:00

Test verfälscht

81-Jähriger zu unrecht als Alko-Lenker angeklagt

Ein 81-Jähriger aus Laakirchen musste miterleben, wie seine Frau bei einem Unfall mit einem Zug ihr Leben verlor. Der betagte Lenker galt als betrunken - war aber nüchtern: Beim Prozess in Steyr stellte sich heraus, dass bei der Blutabnahme im Spital das Desinfektionsmittel den Alko-Test verfälscht hatte.

Das Ehepaar (beide 81) aus Laakirchen war am 2. Jänner mit dem Auto auf der Pyhrnbahnstrecke unterwegs. In Micheldorf fuhr der Mann in eine gesicherte Eisenbahnkreuzung ein und blieb zwischen den geschlossenen Schrankenbalken stehen. Der Güterzug schleifte das Auto etwa 170 Meter weit mit. Der Lenker wurde schwer verletzt, seine Frau am Beifahrersitz starb.

Test ergab 0,8 Promille
Ein Alkotest ergab bei dem Lenker 0,8 Promille. Der Senior wurde wegen grob fahrlässiger Tötung mit Alkohol am Steuer und Überhören der Pfeifsignale des Zuges angeklagt.

Messfehler wegen Desinfektionsmittel
Beim gestrigen Prozess in Steyr stellte sich jedoch heraus, dass es sich dabei um einen Messfehler aufgrund eines Desinfektionsmittels handelte. Das Mittel hatte so viel Alkohol enthalten, dass eine der vier Proben verfälscht war. Eine zweite Überprüfung der Blutproben ergab, dass der Pensionist völlig nüchtern war. Die Anklage wurde auf eine „normale“ fahrlässige Tötung abgemildert. Und der 81-Jährige zu einer diversionellen Geldbuße von 2700 Euro verurteilt.

Philipp Zimmermann und Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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