Allergiemittel im Test

Unerwünschte Nebenwirkungen durch alte Wirkstoffe

Juckende, tränende Augen, Niesreiz und bleierne Müdigkeitsgefühle - Pollenallergiker erleben gerade die erste Spitze mit der Birkenblüte. Wer die Symptome bekämpfen will, greift zu Augentropfen und Nasensprays. Oder doch lieber Tabletten? Öko-Test hat 22 Mittel geprüft, 15 schnitten gut ab.

Bei einer Pollenallergie zeigt der Körper eine überschießende Abwehrreaktion gegen „Umgebungsproteine“, wie Primar Josef Eckmayr, Lungenexperte am Klinikum Wels-Grieskirchen betont - siehe Interview. Weil sich viele Allergiker krank fühlen, greifen sie zu Nasensprays, Augentropfen oder Mitteln zum Einnehmen. Die Konsumentenschutzplattform Öko-Test schaute sich 22 Produkte genauer an, 15 davon werden als „gut“ oder „sehr gut“ eingestuft. „Ein passables Ergebnis“, meint Eckmayr.

Alte und neue Wirkstoffe
Er empfiehlt, Allergien nicht auf die leichte Schulter zu nehmen, wenn man sich krank fühlt, sollte unbedingt ein Arzt für die Behandlung zu Rate gezogen werden. Sind die Symptome weniger ausgeprägt, sollte man in der Apotheke nach jenen Mitteln fragen, die nicht veraltet sind: „Einige Medikamente wurden vor 20 Jahren zugelassen, da gab es noch andere Kriterien für Nebenwirkungen“, erklärt Eckmayr. Das kann bei Konservierungsmitteln in Nasensprays problematisch sein, da diese womöglich wiederum allergische Reaktionen auslösen oder sogar Zellen schädigen können. Einen Unterschied zwischen „alten“ und „neuen Wirkstoffen stellt auch Öko-Test fest. Konkret wird von Medikamenten mit „Antihistaminika der ersten Generation“ oder „Pseudoephedrin“ abgeraten.

Experten-Interview
“Rund 15 Prozent der Oberösterreicher leiden an Allergien“, meint Primar Josef Eckmayr, Lungenexperte im Klinikum Wels-Grieskirchen.

Krone: Bei wem treten Allergien häufig auf?
Josef Eckmayr: Bei Kindern und älteren Menschen. Oft zeigen Leute, die früher keine Allergie hatten,plötzlich Symptome.

„Krone“: Der Grund?
Josef Eckmayr: Die Umgebung ist aggressiver geworden. Es gibt mehr Ozon, Feinstaub, Luftschadstoffe. Die Schleimhaut ist schon beeinträchtigt, dann kommen Pollen dazu. In der Stadt fallen sie nicht zu Boden und bleiben dort, sondern werden durch den Verkehr und die Thermik immer wieder neu aufgewirbelt.

Krone: Wann soll man zum Arzt gehen?
Josef Eckmayr: Wenn man Leidensdruck verspürt, sich krank fühlt und nicht normal arbeiten oder Sport machen kann. Er verschreibt das passende Medikament.

„Krone“: Kann man selbst auch etwas machen?
Josef Eckmayr: Wenn ich stark auf die Birkenblüte reagiere, könnte ich zur Blühzeit Urlaub einlegen, ins Ausland fahren. Oder ich bleibe vermehrt in Innenräumen. Ich empfehle, am Abend den Kopf zu waschen, Pollen sind auch in den Haaren. Wenn es sonnig und windig ist, die Fenster so viel wie möglich geschlossen halten. Das bringt schon viel!

Elisabeth Rathenböck, Kronen Zeitung

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Freitag, 28. Februar 2020
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