Do, 23. Mai 2019
24.04.2019 23:14

3:2 gegen Capitals

KAC nach Overtime-Thriller zum 31. Mal Meister

Der KAC ist zum 31. Mal Österreichs Eishockey-Meister. Der Rekordchampion aus Klagenfurt feierte am Mittwochabend einen hart erkämpften 3:2-(0:1,1:1,1:0/1:0)-Heimsieg nach Verlängerung gegen die Vienna Capitals und gewann damit die „best of seven“-Finalserie der EBEL 4:2. Matchwinner für die Gastgeber war der Kanadier Adam Comrie mit seinem Overtime-Tor nach exakt 74:31 Minuten reiner Spielzeit.

Für die „Rotjacken“ ist es der erste Titel seit sechs Jahren und der insgesamt vierte in der seit 2003/04 bestehenden Erste Bank Eishockey Liga (EBEL). Die Wiener, die das erste Finalspiel vor eigenem Publikum 3:2 nach Verlängerung gewonnen hatten, verpassten dagegen ihren dritten EBEL-Triumph nach 2005 und 2017.

Die Stadthalle in Klagenfurt war mit 4.945 Zuschauern erneut ausverkauft. Der KAC hätte aber gut und gerne das Dreifache an Tickets absetzen können, denn nur zwölf Minuten hatte es gedauert, bis alle Karten weg waren. Mit den Fans im Rücken legten die Gastgeber einen starken Start hin, scheiterten jedoch mehrmals an Capitals-Goalie Jean-Philippe Lamoureux.

Die Wiener, bei denen Head-Coach Dave Cameron einige Umstellungen in den Linien vorgenommen hatte, fanden danach besser ins Spiel und gingen aus einem Konter in Führung: Nach langem Querpass von Peter Schneider glückte Chris DeSousa das Kunststück, KAC-Schlussmann Lars Haugen aus schier unmöglich spitzem Winkel zu bezwingen (11.). Es war das bereits zehnte Play-off-Tor für den 28-jährigen Kanadier, der die Saison mit 46 Treffern abschloss.

Doch nur 55 Sekunden nach Wiederbeginn stellte Patrick Harand nach einem Turnover und selbstlosem Idealpass von Nick Petersen auf 1:1 (21.). Ein Abstauber von Rafael Rotter brachte die Wiener aber erneut in Front (26.). Wenig später kassierten die Gäste nach exakt 26 Minuten Spielzeit die erste Strafe des Abends.

Da die Klagenfurter anschließend noch zwei weitere Überzahlmöglichkeiten ungenutzt ließen, hieß es nach 40 Minuten 2:1 für die Capitals, die zwischenzeitlich klar dominierten. In dieser Druckphase zeigte Haugen wieder seine Klasse und hatte im Gegensatz zu den beiden Gegentoren auch das Glück auf seiner Seite.

Im Schlussdrittel musste mit Harand erstmals ein KAC-Crack auf die Strafbank, doch auch dieses Powerplay brachte keinen Treffer. Den besorgte auf der Gegenseite Petersen (53.) und erzwang somit die Verlängerung, die sich zum offenen Schlagabtausch entwickelte und in der schließlich der 28-jährige Verteidiger Comrie zum großen Helden des Abends avancierte.

Die Stimmen zum Spiel:

Petri Matikainen (KAC-Trainer): „Es war (in der Verlängerung, Anm.) brutal, man kann nichts machen außer daran glauben. Wir sind das ganze Jahr über als Team gewachsen, nachdem wir sieben Vorbereitungsspiele verloren haben. Wir haben einfach immer daran geglaubt und weitergemacht.“

Thomas Koch (KAC-Stürmer): „Ich bin so stolz auf die Mannschaft. Das Spiel hat heute die Saison widergespiegelt. Wir sind keine Zaubertruppe, aber haben Herz und Charakter. Der Sieg war heute sehr verdient.“

Patrick Harand (KAC-Stürmer): „Das war so ein harter Weg für uns, aber es ist so geil. Ich kann es nicht fassen. Wir haben uns unglaublich zurückgekämpft. Das ganze Jahr ist schon so gewesen.“

Dave Cameron (Capitals-Trainer): „Es war eine großartige Finalserie mit zwei Teams auf Augenhöhe. Es ging darum, wer die wichtigen Plays macht - und das waren eben sie (die Klagenfurter, Anm.). Das ist ein sehr verdienter Titel, gratuliere. Natürlich ist es enttäuschend, wenn man am Ende nicht Meister wird. Aber wenn ich auf das ganze Jahr blicke bin ich schon sehr stolz auf meine Burschen.“

Peter Schneider (Vienna-Capitals-Stürmer und wertvollster Spieler/MVP der EBEL-Saison): „Mein einziges Saisonziel war es, den Meistertitel mit Wien zu gewinnen. Das ist ein schockierendes Ende nach so einer guten Saison von uns. Das muss man erst einmal verdauen. Gratulation an den KAC, sie haben wirklich super gespielt, vor allem defensiv mit einem unglaublichen Tormann.“

Jean-Philippe Lamoureux (Vienna-Capitals-Tormann): „Sie haben zwei Spielzüge einfach besser zu Ende gebracht, das hat den Unterschied ausgemacht. Man muss ihnen gratulieren.“

KAC - Vienna Capitals 3:2 n.V. (0:1,1:1,1:0/1:0)
Stadthalle Klagenfurt
4.945 Zuschauer (ausverkauft)
Tore: Harand (21.), Petersen (53.), Comrie (75.) bzw. DeSousa (11.), Rotter (26.)
Strafminuten: 6 bzw. 8
Endstand der Serie: 4:2
KAC zum 31. Mal Österreichischer Eishockey-Meister und zum vierten Mal EBEL-Champion

Die Sieger der seit der Saison 2003/04 ausgetragenen Erste Bank Eishockey Liga (EBEL):
2003/04 KAC (3:2 gegen VSV)
2004/05 Vienna Capitals (4:3 gegen KAC)
2005/06 VSV (4:2 gegen Salzburg)
2006/07 Red Bull Salzburg (4:1 gegen VSV)
2007/08 RB Salzburg (4:2 gegen Ljubljana)
2008/09 KAC (4:3 gegen Salzburg)
2009/10 RB Salzburg (4:2 gegen Linz)
2010/11 RB Salzburg (4:3 gegen KAC)
2011/12 Black Wings Linz (4:1 gegen KAC)
2012/13 KAC (4:0 gegen Vienna Capitals)
2013/14 HCB Südtirol (3:2 gegen Salzburg)
2014/15 RB Salzburg (4:0 gegen Vienna Capitals)
2015/16 RB Salzburg (4:2 gegen Znojmo)
2016/17 Vienna Capitals (4:0 gegen KAC)
2017/18 HCB Südtirol (4:3 gegen Salzburg)
2018/19 KAC (4:2 gegen Vienna Capitals)

Anzahl der EBEL-Titel:
6 RB Salzburg
4 KAC
2 Vienna Capitals, HCB Südtirol
1 VSV, Linz

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