03.04.2019 15:00 |

„Krone“-Ombudsfrau

81-Jähriger wartete wochenlang auf Medikament!

Eine wochenlange Wartezeit für ein wichtiges Bluthochdruckmedikament? Und das in Österreich? Ja, das gibt es. Es kann sogar sein, dass auch das wirkstoffgleiche Ersatzmittel nicht verfügbar ist. Diese Erfahrung hat nicht nur ein 81-jähriger Pensionist aus Wien gemacht. Zuständig fühlt sich in so einem Fall offenbar niemand.

Seit Jahren muss Leser Horst B. zweimal täglich sein Medikament gegen Bluthochdruck einnehmen. Er kümmert sich daher immer rechtzeitig um Nachschub mit einem Rezept vom Hausarzt. Doch das nutzt Patienten nichts, wenn wichtige Medikamente und gar ihr Ersatz für Wochen oder Monate nicht lieferbar sind. Der 81-jährige Wiener ist deshalb von Pontius zu Pilatus gegangen, um zu erfahren, wer zuständig ist. „Da der Beitragszahler mit seinen Beiträgen und der Rezeptgebühr für die Kosten und auch die Gehälter der zuständigen Verantwortlichen aufkommt, kann man doch eine ordnungsgemäße und zeitlich aktuelle Belieferung erwarten“, ärgert sich der Pensionist.

Leider sind Lieferunterbrechungen bei Medikamenten mittlerweile fast Standard, wie auch der Österreichische Apothekerverband zugeben muss. Der hat freilich selbst Interesse daran, dass Arzneimittel verfügbar sind. Kann aber nicht an den gesetzlichen Schrauben drehen.

Ihre Ombudsfrau ist deshalb zur Gesundheitsministerin gegangen. Von ihr haben wir aber lediglich einen Zettel mit den Argumenten des Verbandes der pharmazeutischen Industrie Österreichs bekommen. Dort ist unter anderem zu lesen, dass man daran arbeite, der gesetzlichen (!) Verpflichtung — die Versorgung sicherzustellen — nachzukommen. Es gebe auch ein Vertriebseinschränkungsregister, das öffentlich eingesehen werden kann.

Aha, wenn es eine gesetzliche Verpflichtung zur Versorgung gibt, warum kommt es dann regelmäßig zu Lieferausfällen???

 Ombudsfrau
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