Di, 23. April 2019
20.03.2019 12:30

Vor Ort in New York

Österreichische Start-ups rittern um US-Millionen

Ratschläge und Kooperationen anstelle von schnellem Geld: Acht österreichische Start-ups wagen den Sprung auf den amerikanischen Markt.

„If I can make it there, I’ll make it everywhere“ singt Frank Sinatra. Und genau das - es in New York schaffen - wollen die acht Start-up-Gründer, die im 67. Stockwerk des Empire State Building den Vertreter eines Venture Capital Fonds (siehe Lexikon unten) treffen. Der Geldgeber ist an 72 Unternehmen beteiligt und er wird nicht der letzte sein, den die Österreicher bei den „Pitching Days“ der Jungen Wirtschaft um Rat bitten und von ihrer Geschäftsidee überzeugen wollen.

„New York ist die innovativste Stadt der Welt“
Die Pitching Days in New York wurden von der Außenwirtschaft Austria gemeinsam mit der Jungen Wirtschaft und AWS i2 Business Angels organisiert. „New York ist die innovativste Stadt der Welt“, sagt die Vorsitzende der Jungen Wirtschaft, Christiane Holzinger.

„I love it - Ich liebe dein Produkt“
Unter den Start-up-Gründern ist Andreas Klug, Gründer von Glucotab. Sein System vereinfacht es, Patienten mit der Zweitdiagnose Diabetes effizienter zu behandeln. „In den USA verlieren Krankenhäuser 600 Millionen US-Dollar im Jahr, weil falsch behandelte Diabetes zu Komplikationen führt“, erklärt Klug den Investoren in seiner Drei-Minuten-Präsentation. Und bekommt dafür ein „I love it - Ich liebe dein Produkt“ und mehrere Visitenkarten. Schnelle Deals wie man sie aus dem Fernsehen kennt, gibt es hier nicht. Dafür überlegte Partnerschaften und Folgetermine.

„Wir sind mit 800.000 Euro ausfinanziert, das macht das Ganze entspannter“, sagt Georg Teufl von Rewellio. Der Physiotherapeut nutzt Smartphones, Tablets und Virtual-Reality-Brillen, um Schlaganfallpatienten schneller wieder bewegungsfähig zu machen. In Österreich greift etwa das Rehazentrum Rosenhügel in Wien auf die Technik zurück. Ein US-Investor macht ihm Mut: „Eine ähnliche Idee aus den USA hat 30 Millionen US-Dollar bekommen.“ „Wissen wir“, erwidert Teufl, „wir treffen sie morgen und reden über eine Zusammenarbeit.“

Keines der Start-Ups startet bei null
Zwischen einer Million und vier Millionen Euro veranschlagen die Start-ups, um den Markteintritt in den USA zu schaffen. Keines von ihnen startet bei null. Ob PiurImaging, das aus 2D-Ultraschallbildern detaillierte 3D-Ansichten macht und dessen Gründer Frederik Bender fünf Millionen Euro Investment in Österreich und 400.000 Euro Umsatz hat.

Oder X-News von Andreas Pongratz, das verschiedene Quellen vernetzt und so die Recherche im Internet vereinfacht. Red Bull, BBC und das österreichische Bundeskanzleramt zählen zu seinen Kunden - in den USA rechnet er mit einem Markt von 1,5 Miliiarden Dollar für sein Produkt. X-News ist Pongratz’ fünftes Start-up. „Ich erwarte keinen Scheck - ich will nur wissen, ob mein Angebot interessant ist.“

Start-up-Lexikon
Start-up: Junges Unternehmen mit einer neuen Idee und großem Wachstumspotenzial.
(Elevator-)Pitch: Kurze, knackige Präsentation der Geschäftsidee, meistens, um Investoren zu gewinnen. Zeitlicher Richtwert: Eine Fahrt im Lift („Elevator“).
Unicorn: Start-up mit mehr als einer Milliarde US-Dollar Wert (z. B: Uber, AirBnB) - so selten wie ein Einhorn („Unicorn“).
Business Angel: Privater Investor, der neben Geld auch Erfahrung in das Unternehmen einbringt.
Crowdfunding: Finanzierungsmodell; viele kleine private Anleger investieren kleine Geldsummenin ein Unternehmen.
Exit: Ausstieg der Gründer aus dem Unternehmen bzw. Verkauf.
Kickstarter: Finanzierungsmodell; Kunden kaufen das Produkt, bevor es produziert wurde, und finanzieren so die Produktion.
Venture Capital: Risiko-Kapital; Geld von Investoren, die keinen Anteil am Unternehmen halten.

Teresa Spari, Kronen Zeitung

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Ab nach Deutschland
Fix! Oliver Glasner wechselt vom LASK zu Wolfsburg
Fußball National
Mit 79 Jahren
Celtic-Legende Billy McNeill gestorben
Fußball International
„An Seite des Feindes“
Neue IRA bekennt sich zu Mord an Journalistin
Welt
„Themen, die bewegen“
krone.at-Talk mit Katia Wagner startet auf n-tv
Medien
Surf-Fans aufgepasst!
Wir verlosen eine Trainingseinheit mit Alex Wippel
Gewinnspiele
„Game of Thrones“
Aufreger-Szene: Selbst „Arya“ glaubte an Scherz
Video Stars & Society

Newsletter