Fr, 26. April 2019
17.03.2019 16:00

Bertolt Brecht

Furchterregende Schauspielkunst bei Premiere

Ein langer Brecht-Abend mit großer Schauspielkunst: Die Parabel „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ feierte am Landestheater Linz Premiere. Den Darstellern passten die Gangster-Charaktere wie angegossen und der Star des Abends war zweifellos Christian Taubenheim als furchterregender Arturo Ui.

Zu Beginn noch stotternd und hündisch unterwürfig, am Schluss kaltblütig und wahnhaft seine Ziele durchsetzend: Christian Taubenheim war bei der Premiere von Bertolt Brechts „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ im Linzer Schauspielhaus ein bravourös furchteinflößender Ui, den Brecht damals nach Adolf Hitler geschaffen hat.

Das Stück ist lang, die Charaktere so zahlreich, dass viele Darsteller mehrere Rollen spielen müssen, und die Inszenierung von Schauspiel-Chef Stephan Suschke uninspiriert und ohne Überraschungen: finstere Bühne (Momme Röhrbein) und finstere Anzüge (Kostüme: Angelika Rieck) für finstere Gangstergestalten - genau, was man erwarten würde. Schade.

Nur eine weibliche Darstellerin
Doch Licht ins Dunkel bringt die bis auf Ines Schiller (Dockdaisy, Betty) rein männliche Darstellerriege, die ohne Ausnahme komplett in der Chicagoer Unterwelt, in der Brecht seine Parabel spielen lässt, aufgeht. Neben Taubenheim beeindrucken besonders Alexander Hetterle als metallnasiger Intrigant Ernesto Roma, Klaus Müller-Beck als schleimiger Giri und Julian Sigl als listiger Givola. Für Lacher sorgte bei der Premiere Vailij Sotke als Schauspieler, der Ui die Redekunst beibringt. Sobald dieser sie dann beherrscht, gibt es freilich für Chicago und Cicero (oder Deutschland und Österreich) nichts mehr zu lachen...

Jasmin Gaderer/Kronen Zeitung

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