Einzigartiger Vorfall

„Schändlicher Akt!“ Wirbel nach Wechsel-Eklat

Große Aufregung nach dem Wechsel-Eklat im englischen Liga-Cup-Finale zwischen Chelsea und Manchester City (3:4 nach Elfmeterschießen)! Chelsea-Tormann Kepa Arrizabalaga hatte die von Coach Maurizio Sarri angeordnete Auswechslung verweigert.

Sarri habe nicht nur die Endspiel-Niederlage zu verdauen, resümierte BBC Sport, „sondern auch jedes bisschen Autorität und ein großes Stück Glaubwürdigkeit als Chelsea-Trainer verloren durch einen schändlichen Akt der Gehorsamsverweigerung“. Die Zeitung „Telegraph“ sah „einen Trainer, der sich bewusst ist, dass seine Zeit abgelaufen ist“. Sarri habe „weder Kontrolle noch Einfluss“.

Mehrfach hatte der Coach seinen Tormann wild gestikulierend und wütend ermahnt, den Platz zu verlassen. Ersatzkeeper Willy Caballero, der im Liga-Cup-Finale 2016 drei Elfmeter gehalten hatte, stand bereit. Doch auch Teamkollege David Luiz und Co-Trainer Gianfranco Zola konnten Kepa nicht umstimmen. Der Schlussmann, der während der Partie zweimal wegen Krämpfen behandelt worden war, blieb stur.

Schiri machtlos
Schiedsrichter John Moss war ebenfalls machtlos. Im Regelwerk des internationalen Fußball-Gremiums IFAB heißt es: „Weigert sich ein Spieler, der ausgewechselt werden soll, das Spielfeld zu verlassen, läuft das Spiel weiter.“ Kepa blieb, und Sarri wütete. Kurz vor dem Elferschießen zwinkerte der spanische Torhüter sogar noch in die Fernsehkameras. Von den Fans wurde er lautstark ausgebuht.

Der mit einer Ablösesumme von rund 80 Millionen Euro teuerste Fußball-Goalie aller Zeiten schrieb dann später auf Twitter von einem großen Irrtum. Der Vorfall werde falsch dargestellt, behauptete er. Er habe Sarri nur signalisieren wollen, dass er fit sei. „Ich habe vollsten Respekt für den Trainer und seine Autorität“, betonte der 24-Jährige. Sein Verhalten auf dem Platz erweckte jedoch genau den gegenteiligen Eindruck.

Luiz: „Dann muss er runter“
Die Geschichte vom vermeintlichen Missverständnis wollte deshalb nicht einmal David Luiz glauben. „Wenn der Coach einen Wechsel will, egal ob wegen einer Verletzung oder etwas anderem, das hat er ja verstanden, dann muss er runter“, sagte der Brasilianer direkt nach dem Spiel. Der frühere Chelsea-Profi John Terry sah es genauso. „Wenn deine Nummer angezeigt wird, musst du runterkommen“, sagte Terry beim Sender Sky Sports. „Wie soll das sonst in der Premier League laufen? Dass die Spieler sich in Zukunft weigern, den Platz zu verlassen?“

Luft wird dünn
Sarris Zukunft in London ist offen, obwohl Chelsea im Finale eine gute Leistung gezeigt und Manchester City fast in die Knie gezwungen hatte. In seiner Wut über Kepas Ungehorsam war der Neapolitaner zwischenzeitlich in Richtung des Spielertunnels gestürmt, als wolle er das Stadion vorzeitig verlassen. Dann drehte er um. Womöglich hat Sarri seinen Abschied nur vertagt.

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