Sa, 23. März 2019
21.02.2019 10:24

Dauerstreit mit der EU

Trump sieht Kurz als „seinen Mann in Europa“

Der große Empfang, den US-Präsident Donald Trump am Mittwoch seinem Gast, Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP), bereitet hat, sollte auch Signale an Brüssel schicken. Laut dem US-Botschafter in Wien, Trevor Traina, wolle Trump „über Kurz mit der EU kommunizieren“. So habe Trump gegenüber Kurz seine Wünsche an Europa zum Ausdruck gebracht und hoffe, „dass der Kanzler eine Antwort organisieren kann“. „Der Präsident sprach mit dem Kanzler, als ob er mit Europa spräche“, berichtete Traina. „Der Kanzler sprach heute im Namen der gesamten EU.“

Trump habe mit Kurz nicht nur Höflichkeiten ausgetauscht, sondern habe ihn „ernst genommen“ und ein „wirkliches Gespräch“ geführt. „Der Präsident war sehr offen, was seine Frustration im Umgang mit der EU betrifft“, sagte Traina mit Blick auf den aktuellen Handelsstreit, in dem die USA mit Strafzöllen gegen Autoproduzenten drohen. Trump hoffe, dass Kurz „das Gespräch mit nach Europa nehmen und es dort verbreiten wird“.

„Sehr gute Chemie“
Es habe eine „sehr gute Chemie“ zwischen Trump und Kurz gegeben, sagte Traina unter Berufung auf den US-Präsidenten. „Sie hatten ein sehr gutes privates Gespräch.“ Trump sei beeindruckt gewesen von den „geschliffenen Antworten“ des Kanzlers. Kurz werde „Washington verlassen, nachdem er einen positiven Eindruck bei dieser Regierung hinterlassen hat“, versicherte Traina. Das Gespräch werde „unweigerlich zu einer Vertiefung unseres Bündnisses führen“.

Der krone.at-TV-Talk zum Thema: „Trump ist ein Elchtest für die Weltpolitik“

„Wichtigstes Treffen USA - Österreich seit Zweitem Weltkrieg“
Traina bezeichnete das Treffen als „das wichtigste Treffen auf Regierungsebene zwischen den USA und Österreich seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“ und als den historisch bedeutendsten Besuch eines österreichischen Kanzlers in Washington. „Ich könnte nicht glücklicher sein darüber, wie das gelaufen ist. Die Beziehungen sind so gut wie noch nie in der Geschichte.“ Traina äußerte die Erwartung, dass es weitere Kontakte geben werde. Als erster Schritt sei nun eine große Handelsdelegation von österreichischen Unternehmen in die USA geplant.

Trumps Forderung nach einer Erhöhung der österreichischen Verteidigungsausgaben versuchte der Botschafter herunterzuspielen. „Das ist die Art, wie der Präsident Gespräche einleitet“, sagte er: Trump frage nach dem Handelsbilanzdefizit oder der Höhe der Verteidigungsausgaben.

Trump „begeistert von Wasserkraft“
Traina berichtete auch von der Begeisterung Trumps für den hohen Anteil von Wasserkraft am österreichischen Strommix. Wasserkraft sei Trumps liebste Energieform, weil er sie als sauber und effizient ansehe. Er habe „keine Ahnung“ davon gehabt, dass Österreich bei Wasserkraft zur Weltspitze gehöre. „Er hat das dann im Gespräch noch zwei-, dreimal erwähnt“, sagte der Botschafter.

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