Causa Heli-Streit

Weiter Verwirrspiel, aber Etappen-Sieg für Roy Knaus

Salzburg
19.02.2010 10:30
Die jüngste Attacke der Austro Control gegen Roy Knaus ist daneben gegangen. Vor einer Woche musste der Unternehmer vier Hubschrauber abmelden, weil die Luftfahrt-Behörde plötzlich befand: "Die Helikopter erfüllen die Voraussetzungen für Rettungsflüge nicht." Am Dienstag gab man der Berufung statt: Jetzt dürfen sie wieder fliegen, aber werden nicht mehr angefordert...

Krone: Roy Knaus, sie haben gerade mit Wirtschaftskammer-Präsident Leitl über ihre Lage gesprochen...
Knaus: "Ja, es gab einen interessanten Vortrag über Ethik und Moral in der Wirtschaft. Was unser Unternehmen betrifft, war der Präsident leider sehr zurückhaltend. Ich hätte mir mehr Unterstützung erhofft für unser Unternehmen."

Krone: Vergangenen Freitag hat ja die Austro Control noch per Bescheid vier ihrer Hubschrauber aus dem Verkehr gezogen?
Knaus: "Man muss sich das einmal vorstellen: Bisher existierte ja nur ein Hinweis auf der Austro-Control-Homepage, dagegen kannst du ja nicht berufen. Aber Freitag kam dann urplötzlich der Bescheid. Man hat uns darin ohne Ermittlungsverfahren jeden Rettungsbetrieb untersagt, sogar Flüge von Slowenien nach Italien. Obwohl unsere Betriebserlaubnis für die Helikopter in ganz Europa gilt. Nur bei uns in Österreich lässt man uns nicht mehr in die Luft."

Krone: Ihr Rechtsanwalt Christan Ortner hat gegen den Bescheid berufen, er wurde noch am Dienstag aufgehoben...
Knaus: "Ja, die vier zweiturbinigen Ecureil der Type AS 355 dürfen wieder fliegen, sie werden halt jetzt vom Roten Kreuz ganz einfach nicht mehr angefordert."

Krone: Die endgültige Entscheidung liegt jetzt im Ministerium, das kann sich jetzt sechs Monate Zeit lassen?
Knaus: "Ich hoffe darauf, dass unsere Landeshauptfrau für unser Unternehmen Druck macht, es geht schließlich in unserer Firma um 71 Arbeitsplätze. Und es ist ja kurios, dass EU-Regelungen ab 2012 klar festhalten: Ich darf mit allen Maschinen, so wie sie jetzt sind, wieder in der ganzen EU fliegen."

Krone: Man will sie ganz offensichtlich als lästigen Konkurrenten ausschalten?
Knaus: "Wir hatten im letzten Geschäftsjahr, das mit Mai 2009 endete, eine Million Euro Gewinn. Heuer schreiben wir rote Zahlen."

Interview: Wolfgang Weber

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