06.02.2019 16:33 |

Drogen-Hotspot

Salvini räumt Europas größtes Flüchtlingslager

Italien beginnt am Donnerstag auf Anweisung von Innenminister Matteo Salvini mit der Räumung von Europas größtem Flüchtlingslager im sizilianischen Mineo nahe Catania. In dem Aufnahmezentrum, das zuletzt wegen Drogenhandels negativ aufgefallen war, sind rund 1200 Migranten untergebracht. Salvini, Chef der rechten Lega, hatte zuletzt die Schließung größerer Flüchtlingseinrichtungen zugunsten kleinerer Strukturen angekündigt.

Die ersten 50 Asylwerber, die die Einrichtung in Mineo verlassen und künftig in Syrakus, Ragusa und Trapani auf Sizilien untergebracht werden sollen, stammen zum Großteil aus Bangladesch, berichtete die italienische Tageszeitung „La Stampa“ am Mittwoch. Ihr Asylantrag sei abgelehnt worden, dagegen hätten sie Berufung eingelegt und warteten jetzt auf das Gerichtsurteil.

Flüchtlingslager als Drogen-Hotspot
Noch bis Ende des Monats sollen weitere 100 Personen das Lager verlassen, das Salvini zufolge bis Ende 2019 endgültig geschlossen wird. Die Einrichtung machte in letzter Zeit vor allem durch Drogengeschichten Schlagzeilen. 19 Personen, mehrheitlich Nigerianer, wurden am 28. Jänner festgenommen. Sie gehörten laut den Ermittlern einem ausgedehnten Dealerring an, der die größten sizilianischen Städte mit Drogen belieferte.

„Gefahr für die öffentliche Sicherheit“
Der Staatsanwalt von Catania, Carmelo Zuccaro, berichtete damals nach den Festnahmen, das Flüchtlingslager von Mineo sei zu einer „Gefahr für die öffentliche Sicherheit“ geworden. Niemand kontrolliere, wer in der Einrichtung verkehre - und das werde von kriminellen Ausländergruppen ausgenutzt. Daraufhin versprach Salvini, der sich wegen seines harten Kurses in Sachen Migration großer Beliebtheit in der Bevölkerung erfreut, schnelles Handeln, denn er wolle „Ordnung in Italien schaffen“.

Auch zweitgrößte Einrichtung geräumt
Erst vor zwei Wochen war Italiens zweitgrößtes Flüchtlingslager in Castelnuovo nahe Rom geräumt und geschlossen worden. 300 Bewohner des Komplexes wurden anderweitig untergebracht, die restlichen 200 Personen hatten einen Aufenthaltsstatus, der durch das sogenannte Sicherheitsdekret Salvinis, eine Verschärfung der Asylregeln, nunmehr entfällt. Sie verlieren damit das Asylrecht und gelten nicht mehr als Asylwerber. Ihr Aufenthalt in Italien ist dadurch de facto illegal.

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