06.02.2019 16:04 |

Henry (9) getötet

Lkw-Drama in Wien: Trauernder Vater teilt Aufruf

Nach dem tödlichen Lkw-Unfall im Wiener Bezirk Landstraße herrscht noch immer Fassungslosigkeit, dass der kleine Henry (9) sterben musste: Schließlich gibt es längst Sicherheitssysteme für Schwerfahrzeuge, die diese Tragödie verhindert hätten können. Nun hat sich auch der Vater des Buben auf Twitter zu Wort gemeldet. Er unterstützt eine Initiative die fordert, dass Abbiegeassistenten für Lkws verpflichtend werden um Unfälle im „toten Winkel“ in Zukunft verhindert werden können.

Der neunjährige Henry starb auf dem Weg in die Schule, als er mit seinem Tretroller auf einem Schutzweg die Straße überqueren wollte. Offenbar geriet er dabei in den „toten Winkel“ eines Lkw-Lenkers, der gerade abbiegen wollte. Die Ärzte verloren im Krankenhaus den Kampf um das Leben des Buben.

„Toter Winkel“ kann bis zu 1,9 Meter betragen
Nach dem Drama entbrannte eine Diskussion darüber, ob man alte Lkws mit Sicherheitssystemen nachrüsten sollte, um den Bereich rund um die Fahrzeuge, die vom Lenker nicht sichtbar sind, zu reduzieren. Der „tote Winkel“ kann bei manchen Modellen bis zu 1,9 Meter betragen, warnte auch der Verkehrsclub Österreich.

Der trauernde Vater des Buben, der als Journalist für die Stadtzeitung „Falter“ tätig ist, unterstützt diese Forderung: Er will anderen Menschen die Verzweiflung, die er und seine Familie fühlen, ersparen und ruft dazu auf, die Onlinepetition zu unterzeichnen.

Initiative: 60 Prozent der tödlichen Lkw-Unfälle seien vermeidbar
In der Petition wird darauf hingewiesen, dass im vergangenen Jahr 14 Fußgänger und Radfahrer bei Lkw-Unfällen ums Leben gekommen wären. 60 Prozent dieser Unglücke hätten durch LKW-Abbiegeassistenten und Totwinkelwarner verhindert werden können. Solche Systeme würden nur wenige hundert Euro pro Fahrzeug kosten.

Auch Staat soll Fuhrpark nachrüsten
Sie fordern daher eine verpflichtende Nachrüstung von elektronischen Abbiegeassistenten für alle Nutzfahrzeuge in Österreich zum frühestmöglichen Zeitpunkt, das schließt auch die Fuhrparks der öffentlichen Hand ein. Lkws aus dem Ausland, die über kein solches System verfügen, sollen mit Durchfahrtsbeschränkungen belegt werden.

Außerdem soll Druck auf die EU-Kommission ausgeübt werden, um die Einbauverpflichtung vorzuziehen, die derzeit ab 2024 vorgesehen ist. Zudem soll diese durch eine Nachrüstungspflicht für alte Schwerfahrzeuge erweitert werden. Neue Standards, die niedrigere Fahrerkabinen vorsiehen, könnten zusätzlich zu einer besseren Rundum-Sicht führen.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
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