05.02.2019 13:22 |

EU-Wahl

Voggenhuber will ein „zusätzliches Angebot“ sein

Voggenhuber will sich angesichts der starken „extremen Rechten“ nicht in die „schweigende Privatheit zurückziehen“, sondern im linken Spektrum ein „neues Angebot“ schaffen. Mit Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP), Karin Feldinger (NEOS) und eben Johannes Voggenhuber (Initiative 1 Europa) könnte Salzburg bald das vergleichsweise größte Kontingent an EU-Abgeordneten stellen.

Die Spatzen haben es bereits von den Dächern gepfiffen: Der mittlerweile 68-jährige Altpolitiker wird sich für die Liste Jetzt (vormals Liste Pilz) noch einmal in einen EU-Wahlkampf werfen. Formal ist er ein unabhängiger Kandidat, die Wahlliste trägt den Namen „Initiative 1 Europa“. 250.000 Euro zahlt die Liste Jetzt als „Anschubfinanzierung“, durch Crowdfunding soll weites Geld für den Wahlkampf aufgetrieben werden.

Warum tritt Voggenhuber, der 2009 von den Grünen nicht mehr für die Europawahl nominiert wurde, wieder an? „Mir war nicht fad. Ich habe ein Buch veröffentlicht, eine Gastprofessur in Innsbruck und Artikel für die ‘Zeit‘ geschrieben.“ Vielmehr habe ihn der „Marsch der extremen Rechten“ in Europa und „die sehr schwache Opposition“ in Österreich dazu bewogen. 

Mit Voggenhubers Liste drängen sich nun vier Parteien im pro-europäischen, linken Spektrum, während die FPÖ das Feld der rechten EU-Skeptiker ganz alleine beackern kann. Der Neo-Kandidat sieht dennoch nicht die Gefahr, dass sich die Linke kannibalisiert. Wie kommt er darauf? „Die SPÖ stellt einen Spitzenkandidaten ohne jedes Profil in Europafragen, die Grünen haben sich nicht mehr zu Wort gemeldet, geschweige denn profiliert, und die NEOS kämpfen mit ihrer unerfahrenen Spitzenkandidatin.“

Daher seien Verluste für diese Parteien bei der EU-Wahl am 26. Mai vorauszusehen. „Wo gehen diese Wähler hin? Sicher nicht zur Rechten, sondern zu den Nichtwählern. Soll ich zulassen, dass deren Anteil von 55 auf 65 Prozent steigt.“ Seine Kandidatur sieht Voggenhuber daher auch als „neues Angebot, um die vorhersehbaren Verluste der Linken aufzufangen“.

Alter ist kein Qualitätskriterium

Mit 68 Jahren ist Voggenhuber der älteste Spitzenkandidat. Probleme hat er damit nicht: „Die Jugend als einzige politische Qualifikation bestreite ich, so wie auch das Alter keine Qualifikation darstellt.“

Voggenhubers Salzburger Wurzeln

Voggenhuber war Mitgründer der Bürgerliste in Salzburg und von 1977 bis 1982 deren Sprecher. Von 1982 bis 1987 war er als erster Grüner Stadtrat in einer Landeshauptstadt und für Verkehr, Planung und Altstadtsanierung zuständig. Dann führte ihn sein politischer Weg nach Wien und von 1995 bis 2009 nach Europa.

In den kommenden Wochen will er pausenlos unterwegs sein: „Ich bin ja ein alter Wahlkämpfer und halte es einfach für unverzichtbar, mit möglichst vielen Menschen ‘live‘ in Kontakt zu treten.“ Sein Wahlkampf wird ihn auch wiederholt nach Salzburg führen. Auch wenn er privat mittlerweile mehrheitlich in Wien lebt, sagt er: „Das ist noch immer meine Stadt.“

Drei Salzburger für Europa

Mit Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP), Karin Feldinger (NEOS) und Voggenhuber könnte Salzburg bald das im Verhältnis gesehen größte Kontingent an Abgeordneten in Brüssel stellen. Bei drei von derzeit 19 heimischen EU-Abgeordneten wäre der Anteil an Salzburgern zweieinhalb mal so groß wie jener an der Landesbevölkerung.

Wolfgang Fürweger
Wolfgang Fürweger

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