04.02.2019 10:31 |

Nach Eklat in Polen

Tierschützer zu Fleischskandal: „Krankes System!“

Die Tierschutzorganisation „Vier Pfoten“ weist im Zusammenhang mit dem polnischen Fleischskandal auf das Versagen des gesamten Systems von der industriellen Tierhaltung bis hin zum Verkauf von Billigfleisch hin. Im EU-Raum seien die Kontrollen laut viel zu schwach; ein einzelnes Mitgliedsland habe keinerlei Möglichkeiten, genaue Herkunft, Haltung und Schlachtung von Tieren zu überprüfen. 

Vereinsgründer und Präsident Heli Dungler: „Nicht nur die Tiere, die in Polen geschlachtet und exportiert wurden und in zahlreichen Ländern in den Handel kamen, waren krank. Unser gesamtes europäisches System der Fleischproduktion ist krank. Wenn Tiere als reine Profitobjekte statt Lebewesen behandelt werden, wenn aus ihnen – egal, krank oder gesund - um jeden Preis Gewinn geschlagen werden soll, dann stimmt etwas ganz gewaltig nicht.“

„Kontrollen funktionieren nicht!“
Der Konsument muss sich laut Dungler sicher sein können, dass Mindeststandards in allen EU-Mitgliedsstaaten eingehalten werden. Auch wenn Österreich von diesem Skandal, wie es derzeit scheint, nicht betroffen ist: Unser Land importiert laut FAO knapp 16.000 Tonnen Fleisch, davon 3000 Tonnen Rindfleisch, pro Jahr aus Polen. „Wir haben kein funktionierendes EU-weites Kontrollsystem, um die Herkunft der Tiere sowie die Bedingungen der Haltung und der Schlachtung zu prüfen. Das heißt, wir müssen uns auf die Angaben eines Herkunftslandes verlassen, das möglicherweise überhaupt keine oder nur sehr sporadische Kontrollen durchführt. Das ist inakzeptabel. Auf EU-Ebene werden seit Jahren diverse Versprechungen für mehr Transparenz gemacht - bislang waren alles leere Worthülsen“, sagt Heli Dungler.

Kennzeichnung für Fleischprodukte gefordert
„Vier Pfoten“ fordert seit Jahren eine konsequente Kennzeichnung für Fleischprodukte, die sowohl die Herkunft, die Haltung sowie Transport und Schlachtung beinhaltet. Für Dungler geht es dabei nicht darum, an „einem einzigen Rädchen“ zu drehen: „Es geht darum, einen völligen Umbruch in die Wege zu leiten. Weg von einer Tierhaltung, in der Tiere Waren sind, hin zu einer Haltung, die fair zum Tier, aber auch zum Landwirt sowie auch zum Konsumenten ist.“

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