Do, 24. Jänner 2019

Nur Kubacki besser

13.01.2019 18:54

Kraft springt aufs Stockerl - Kobayashi stürzt ab

Jaaa! Stefan Kraft landet beim zweiten Springen in Val di Fiemme (ITA) auf Platz 2! Nur der Pole Dawid Kubacki war am Sonntag noch besser und sicherte sich mit zwei super Sprüngen seinen ersten Weltcup-Sieg. Der japanische Überflieger Ryoyu Kobayashi verpasst hingegen den Rekord von sieben Siegen in Folge und wird nur Siebenter.

Die Serie von Tourneesieger Ryoyu Kobayashi ist am Sonntag beim Weltcup-Skispringen in Predazzo zu Ende gegangen. Der Japaner, der mit dem siebenten Erfolg en suite einen Allzeit-Rekord hätte aufstellen können, wurde nach dem zweiten Zwischenrang nur Sechster. Der Salzburger Stefan Kraft musste sich nur dem Polen Dawid Kubacki geschlagen geben, der seinen ersten Weltcupsieg feierte. Für Kraft war es der vierte Podestplatz in den vergangenen sechs Bewerben. Die weiteren Österreicher enttäuschten: Michael Hayböck wurde 22., Manuel Fettner 24. Vier weitere ÖSV-Springer mussten im Finaldurchgang zuschauen. Der Weltcup wird kommendes Wochenende in Zakopane fortgesetzt, wo Kubacki als Premierensieger Heimvorteil hat.

Rekord verpasst
Der siebente Weltcupsieg in Serie und damit ein Allzeit-Rekord sowie auch Saisontriumph Nummer zehn ist Tourneesieger Ryoyu Kobayashi am Sonntag verwehrt geblieben. Der Japaner schwächelte in Predazzo ein wenig und landete nur auf Platz sieben. Dafür holte sich der Pole Dawid Kubacki seinen überhaupt ersten Weltcupsieg. Der Salzburger Stefan Kraft bestätigte seine starke Form mit Rang zwei. Kobayashi konnte damit hingegen die Finnen Janne Ahonen, Matti Hautamäki und die Österreicher Thomas Morgenstern (2007) und Gregor Schlierenzauer (2009) in einer speziellen Statistik nicht hinter sich lassen. Dieses Quintett hat nun jeweils sechs Weltcupsiege in Folge geschafft.

Es geht bergauf
Für den Doppel-Weltmeister von Lahti 2017, der bei der Heim-WM in Seefeld und Innsbruck zwei Einzel-Titel zu verteidigen hat, geht es indes steil aufwärts. Nach Sprüngen auf 124,5 und 122,5 musste sich Kraft am Sonntag bei sehr wechselhaften Windbedingungen nur Kubacki geschlagen geben. Der Pole ist eine Woche vor seinem Heim-Weltcup in Zakopane verdient erstmals ganz oben auf dem Treppchen gestanden, mit 13,9 Punkten Vorsprung war der Sieg auch klar.

Weltspitze
Zwei Jahre nach seiner überragenden Saison mit Gesamt-Weltcupsieg, Doppel-Gold in Lahti und Skiflug-Weltrekord ist der 25-jährige Kraft nach nun vier Podestplätzen in den vergangenen sechs Bewerben wieder in der Weltspitze angekommen. „Der Sprung war jetzt der beste“, freute sich Kraft im ORF-Interview. „Ich habe probiert, dass ich meine Ski unter mir lasse“, so Kraft. Im Gesamt-Weltcup verbesserte er sich nach 13 von 28 Einzelbewerben auf den fünften Platz. „Richtig cool. Es macht im Moment richtig viel Spaß, geht gut von der Hand. Jeder Sprung kommt annähernd gut, die richtige ‘Rakete‘ wird auch noch passieren“, glaubt Kraft.

Magere Ausbeute
Hinter ihm sah es aus österreichischer Sicht allerdings mager aus. Michael Hayböck (22.) und der am Vortag noch achtplatzierte Manuel Fettner (24.) holten noch Weltcup-Punkte, gleich vier ÖSV-Springer mussten im Finale zuschauen. Daniel Huber (31.), Markus Schiffner (34.), Philipp Aschenwald (37.) und Jan Hörl (38.) blieben ohne Zähler. Cheftrainer Andreas Felder war nach dem Bewerb „nicht komplett unzufrieden“: „Auch wenn wir heute nur drei Athleten in den Punkterängen haben“, sagte der Tiroler. „Das war heute ein sehr interessanter Bewerb. Der Wind hat sicher auch eine Rolle gespielt. Es war nicht einfach, weil die Springer nie genau gewusst haben, was sie in der Luft erwartet.“

Die Sprünge seiner Leute seien nicht perfekt, aber „auch nicht ganz schlecht“ gewesen. „Es war einfach knapp. Man sieht, dass auch Kobayashi nur ein Mensch ist und ein kleiner Fehler reicht und er ist nicht mehr vorne dabei. Stefan Kraft gefällt mir von Springen zu Springen immer besser.“

Aus internationaler Sicht durfte sich auch ein vierfacher Olympiasieger freuen: Der 37-jährige Schweizer Simon Ammann verbesserte sich mit einem 135-m-Satz, dem weitesten Flug des Tages, im Finale noch auf Platz neun und landete erstmals in dieser Saison in den Top Ten.

Ergebnisse:
1. Dawid Kubacki (POL) 271,1 Punkte (129,5 m/131,5)
2. Stefan Kraft (AUT) 257,2 (124,5/122,5)
3. Kamil Stoch (POL) 256,9 (120,0/128,5)
4. Robert Johansson (NOR) 252,6 (122,5/127,5)
5. David Siegel (GER) 251,9 (127,5/124,0)
6. Markus Eisenbichler (GER) 250,3 (121,0/133,0)
7. Ryoyu Kobayashi (JPN) 249,2 (128,0/122,5)
8. Andreas Stjernen (NOR) 247,6 (122,0/130,5)
9. Simon Ammann (SUI) 242,9 (122,0/135,0)
10. Piotr Zyla (POL) 241,8 (119,5/127,0)‘
Weiters:
22. Michael Hayböck (AUT) 231,6 (118,5/123,5)
24. Manuel Fettner (AUT) 231,2 (119,0/123,5)
nicht im Finale:
31. Daniel Huber (AUT) 95,7 (116,0)
34. Markus Schiffner (AUT) 93,3 (113,0)
37. Philipp Aschenwald (AUT) 92,7 (113,5)
38. Jan Hörl (AUT) 91,6 (113,0)

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