11.01.2019 06:09 |

„Er schläft nur“

Babysitterin gibt Mutter Kind totgeprügelt zurück

Dass ein Baby stirbt, ist vor allem für die Eltern grausam genug. Dass es in der Obhut einer Person, die auf das Kind aufpassen sollte, passiert, eine Tragödie. Aber dass die Babysitterin den Kleinen totgeprügelt, ihn nach seinem Tod angezogen und seiner Mutter in seinem Babysitz als „schlafend“ zurückgegeben hat, ist kaum zu ertragen. Eine 28-Jährige aus dem US-Bundesstaat Wisconsin muss sich wegen des Mordes an dem zwei Monate alten Benson Xiong vor Gericht verantworten. Ihr droht lebenslange Haft - gab es doch in ihrer Vergangenheit weitere erschütternde Vorfälle, sogar eine Anklage wegen Kindesmisshandlung.

Der grausame Fall ereignete sich bereits im Oktober, vergangenen Freitag wurde Marisa Tietsort wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt. Ihr droht lebenslange Haft - wohl auch wegen der schier unvorstellbaren Vorgehensweise der US-Amerikanerin aus Wausau, die selbst gerade zum sechsten Mal schwanger ist. Vier ihrer Kinder leben nicht in ihrer Obhut, darüber hinaus gibt es zahlreiche Vergehen der 28-Jährigen - unter anderem Drogenmissbrauch, Diebstahl, Kautionsflucht und eine Anklage wegen Kindesmisshandlung.

So wurde im Juni 2010 von ihrem Partner und Vater ihres jüngsten Kindes eine einstweilige Verfügung gegen Tietsort erwirkt, weil sie den damals einjährigen Buben misshandelt haben soll. Sie habe ihn bei Hitze in einem Auto sitzen lassen und sich dann geweigert, ihn und seinen Vater, der den Sohn bereits rot angelaufen und verschwitzt in dem Fahrzeug sitzend gefunden hatte, ins Haus zu lassen. Eine Woche später habe sie während eines Sturms mit dem Buben das Haus verlassen, um zu einer Party zu gehen. Anklage wurde keine erhoben, die einstweilige Verfügung war bis 1. Jänner 2011 in Kraft.

Keine Anklage trotz Gesichtsverletzungen und Schädelbruch
Auch nach einer mutmaßlichen Kindesmisshandlung im Juni 2017 gab es keine Anklage, obwohl der drei Monate alte Bub in ihrer Obhut Verletzungen im Gesicht und einen Schädelbruch erlitt. Zudem passte der von Tietsort geschilderte Ablauf nicht zum Ausmaß der Verletzung. Sie hatte erzählt, die ältere Schwester des Babys habe ihr beim Füttern das Fläschchen wegnehmen wollen, das den Buben dann am Kopf getroffen habe.

Sehr wohl eine Anklage gab es aber wegen eines weiteren Falles: Eltern brachten im August dieses Jahres ihre elf Monate alte Tochter ins Krankenhaus, nachdem die 28-Jährige auf das Kind aufgepasst hatte. Während Tietsort erzählte, das Baby sei im Schlaf von der Couch gerollt, schilderte der Vater des Kindes, dass das Gesicht seiner Tochter so ausgesehen habe, als hätte man sie über den Boden gezogen. Am 11. Oktober wurde Anklage erhoben, Tietsort sollte vor Gericht erscheinen.

Zwei Monate altes Baby totgeprügelt der Mutter zurückgegeben
Für den zwei Monate alten Benson Xiong kam dies zu spät: Er wurde am 18. Oktober totgeprügelt. Tietsort passte zum Todeszeitpunkt auf das Baby und seinen älteren Bruder auf. Als eine Story über den Vorfall vom August auf einer lokalen Newswebsite erschien, textete Tietsort der Mutter, erzählte von der Anklage und dass sie eigentlich keinen Kontakt zu Kindern haben dürfe, schreibt die Zeitung „Wausau Daily Herald“.

Die Mutter holte ihre Söhne demnach drei Stunden später bei einer McDonald‘s-Filiale von Tietsort ab. Die Buben waren angezogen, der zwei Monate alte Bub in einem Schneeanzug in seinem Kindersitz festgeschnallt. Er schlafe, habe Tietsort der Mutter erzählt. Diese glaubte es, es war bereits nach 21 Uhr. Auch Tietsorts Sohn und ihr Freund waren mit bei McDonald‘s gewesen. Auch ihm hatte die 28-Jährige nichts vom Tod des Babys erzählt. Sie tat, als ob alles in Ordnung wäre.

Totes Baby abgegeben und mit eigenem Kind zum Schwimmen gegangen
Etwa eine halbe Stunde später merkte die Mutter des Buben laut dem Bericht, dass ihr Baby nicht mehr atmete, eiskalt und steif war. Sie alarmierte die Polizei, doch niemand konnte etwas für den Säugling tun, der bereits Stunden zuvor gestorben war. Marisa Tietsort wurde gegen 4:15 Uhr früh im Hotel Plaza der Stadt festgenommen. Dorthin war sie mit ihrer Familie zum Schwimmen gegangen, nachdem sie das tote Kind und seinen Bruder abgegeben hatte.

Am Freitag wurde Tietsort angeklagt. Ihr droht lebenslange Haft. Eine Obduktion ergab, dass der zwei Monate alte Benson Xiong an multiplen Verletzungen durch stumpfe Gewalteinwirkung gestorben war. Auch sein Steißbein war verletzt. Tietsorts nächste Gerichtsverhandlung ist am 18. Jänner.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler
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