24.12.2018 09:23 |

Strafanzeige gestellt

Polizei ermittelt nach eigener Weihnachtsfeier

Die heurige Weihnachtsfeier der Exekutive in der deutschen Stadt Hannover war wilder, als die Polizei erlaubt: Körperverletzung, Sachbeschädigung, Urinieren in der Öffentlichkeit, Diebstahl - die Liste der Vergehen, die sich die Gesetzeshüter zuschulden kommen lassen, ist lang. Für das nächste Jahr soll es Konsequenzen geben.

Feiern, bis die Polizei kommt - doch was passiert, wenn man selber bei der Exekutive ist? Das wollten Beamte der Zentralen Polizeidirektion offenbar heuer herausfinden. Deren Weihnachtsfeier war Mitte Dezember vollkommen eskaliert.

Randale und Diebstahl statt Recht und Ordnung
Für die Feier mit mehreren Hundert Teilnehmern wurde ein eigenes Weihnachtsdorf errichtet. Doch von Besinnlichkeit war hier nur wenig zu spüren: Eine Polizistin bekam sogar eine Bierflasche über den Kopf gezogen. Sie erlitt eine Platzwunde. Ein weiterer Gewaltakt konnte gerade noch verhindert werden: Ein Gast, der ausrastete, wurde in den Schwitzkasten genommen, da er auf Kollegen losgehen wollte.

Doch damit nicht genug. Ein Außenspiegel des VW-Busses des DJs wurde abgebrochen. Außerdem wurde eine Geldkassette aus einem Verkaufsstand gestohlen. Die Beute: mehrere Hundert Euro. Ein Partygast pinkelte gegen eine der Hütten, obwohl die Toiletten nur wenige Meter entfernt waren. Danach fiel der offenbar stark Alkoholisierte einfach um.

Kochsalzlösung gegen Kater am nächsten Tag gespritzt
Einige junge Beamte versuchten mit einem Trick, die Folgen des exzessiven Alkoholkonsums zu mindern: Sie spritzten sich eine Kochsalzlösung in die Venen, um am nächsten Tag fit zu sein. Die Vorfälle wurden in einer Mitarbeiterzeitschrift aufgearbeitet und gelangten so an die Öffentlichkeit.

Polizeisprecher: „So etwas darf einfach nicht geschehen"
„Es gab einzelne Vorfälle auf der Weihnachtsfeier, die bei uns für Betroffenheit sorgen und in dieser Art nicht zu akzeptieren sind“, erklärte Polizeisprecher Karsten Wolff dem NDR nach dem feuchtfröhlichen Fest. „Wir haben eine Vorbildfunktion. So etwas darf einfach nicht geschehen“, so Wolff. Der Diebstahl der Kasse wurde angezeigt, Disziplinarverfahren könnten ebenfalls eingeleitet werden.

Für die Feier im nächsten Jahr soll es nun Konsequenzen geben. Es wird überlegt, diese früher zu beenden oder einfach keinen Alkohol auszuschenken.

Miriam Krammer
Miriam Krammer
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter