21.12.2018 12:13 |

Hinweise auf Terrorakt

Touristinnen-Mörder schworen IS-Chef die Treue

Nach dem brutalen Mord an zwei skandinavischen Touristinnen in Marokko verdichten sich die Hinweise auf einen Terrorakt. Die marokkanischen Ermittler untersuchten die Echtheit von Videos, in denen die vier festgenommenen Verdächtigen dem Chef der Terrororganisation Islamischer Staat, Abu Bakr al-Bagdadi, einen Treueeid leisten. Ein weiteres Video, das die Ermordung einer der beiden skandinavischen Frauen in Marokko zeigen soll, ist indessen nach Meinung der norwegischen Polizei höchstwahrscheinlich echt.

In der Bekennerbotschaft sagte einer der vier Männer: „Wir sagen dem Kalifen der Muslime (Bagdadi), dass du im Maghreb (Nordwestafrika, Anm.) Soldaten hast, deren Zahl nur Gott kennt. Sie sind entschlossen, die Sache Gottes aufrechtzuerhalten und die Ehre der Muslime zu verteidigen.“

In der Botschaft nehmen die vier Männer zudem Bezug auf die ostsyrische Stadt Hadschin. In der Region kämpfen Truppen unter Führung der Kurdenmiliz YPG gegen IS-Anhänger. Die von den USA angeführte internationale Koalition unterstützt die Offensive aus der Luft.

Vier Verdächtige in Haft
Die Videos wurden demnach in der Woche vor dem Verbrechen an den beiden Studentinnen aufgenommen. Die Leichen der 24 und 28 Jahre alten Frauen aus Norwegen und Dänemark waren am Montag am Fuß des Berges Toubkal gefunden worden. Die marokkanische Polizei nahm danach vier Verdächtige fest.

Die Ermittler untersuchen zudem ein weiteres Video, das ebenfalls im Internet aufgetaucht war. Darin ist zu sehen, wie einer jungen Frau mit einem Messer der Kopf abgeschnitten wird. Eine Person erklärt dabei, es handle sich um Rache für Angriffe auf den IS im Osten Syriens. Zwar sei die technische Analyse noch nicht vollständig abgeschlossen, teilten die Ermittler in Oslo am Freitag mit, aber es gebe kein Anzeichen dafür, „dass das Video nicht authentisch ist“, hieß es. Die Verifikation in Zusammenarbeit mit den dänischen Behörden dauere demnach noch an.

Die Terrormiliz IS hatte im Sommer 2014 nach ihrem Vormarsch in Syrien und im Irak ein Kalifat unter Führung Bagdadis ausgerufen. Mittlerweile haben die Dschihadisten den allergrößten Teil ihres Herrschaftsgebietes wieder verloren.

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