21.12.2018 08:12 |

Schlagwetterexplosion

13 tote Kumpels bei Grubenunglück in Tschechien

Vorweihnachtliche Tragödie im Osten Tschechiens: Am Donnerstagabend kamen bei einem schweren Grubenunglück in einem Steinkohlebergwerk rund 300 Kilometer östlich von Prag 13 Arbeiter ums Leben. Zwei Kumpels erlitten lebensgefährliche Verbrennungen, acht weitere wurden leicht verletzt. Es handelt sich um das schwerste Grubenunglück in unserem Nachbarland seit 1990.

Nach ersten Erkenntnissen entzündete sich unter Tage ein Luft-Methangas-Gemisch, wodurch es in einer Tiefe von schätzungsweise rund 800 Metern zu einer Schlagwetterexplosion kam, die ganze Arbeitsbereiche zerstörte. Unter den Opfern sind laut Angaben der Betreibergesellschaft OKD zwölf Polen und ein Tscheche.

Suche nach weiteren Opfern und Überlebenden
Rettungskräfte suchten die ganze Nacht über verzweifelt nach Überlebenden. Wegen der enormen Hitzeentwicklung und ausströmender giftiger Gase konnten sie den am schwersten betroffenen Bereich bisher nicht betreten. Die meisten der Toten können wahrscheinlich erst im neuen Jahr geborgen werden. Zum Abtransport der Verletzten standen an der Oberfläche Rettungswagen und ein Hubschrauber bereit. Viele der in der Grube beschäftigten Bergarbeiter stammten aus dem nahen Polen, wie tschechische Medien berichteten.

Das Bergwerk nahe der Stadt Karvina, rund 300 Kilometer östlich von Prag, ist seit 1968 in Betrieb und wurde vor einigen Jahren modernisiert. Die Stollen liegen in einer Tiefe von bis zu 1100 Metern.

„Große vorweihnachtliche Tragödie“
Das Unglück sei eine „große vorweihnachtliche Tragödie“, sagte der Bürgermeister der angrenzenden Bergwerksgemeinde Stonava der Onlineausgabe der Zeitung „Pravo“. Die Ministerpräsidenten Polens, Mateusz Morawiecki, und Tschechiens, Andrej Babis, reisten am Freitag an den Unglücksort. „Ich möchte allen, die den Opfern der Bergbaukatastrophe in Karvina nahestehen, mein tiefes Mitgefühl ausdrücken. Das ist eine große Tragödie für alle Polen und Tschechen“, schrieb Morawiecki auf Twitter.

Der Bergwerksbetreiber OKD ist seit April wieder im Besitz des tschechischen Staates. Die Regierung in Prag hatte den Betrieb nach der Insolvenz für umgerechnet rund drei Millionen Euro übernommen. Das Unternehmen beschäftigt in der strukturschwachen Region rund 9500 Menschen. Heuer wurden rund fünf Millionen Tonnen Steinkohle gefördert.

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