17.12.2018 10:50 |

Aus „Wut“ und „Zorn“

Ehefrau erstochen: Lebenslang für Pensionisten

„Ich trage sie noch immer in meinem Herzen“, säuselt der Angeklagte und meint damit seine Ehefrau, die er mit acht Messerstichen auf offener Straße in Wien getötet hat. Aus „Wut“ und „Zorn“, wie der 67-jährige Mann ausführt. Weil sie über Gott gelästert haben soll. Für die Staatsanwältin hingegen war Eifersucht das Motiv. Der Mann wurde nicht rechtskräftig zu lebenslanger Haft verurteilt.

Das kriminelle Vorleben des Angeklagten erinnert an einen Querschnitt durch das Strafgesetzbuch: Brahim E. (67) hat bereits zwei Frauen getötet. Einmal kam er wegen starker Alkoholisierung bei der Tat mit 20 Monaten davon, nach einem Raub in der Schweiz verhängte das Gericht aber 17,5 Jahre Haft, nachdem sein Opfer gestorben ist. 2008 wurde er wegen Suchtgifthandel in Wien zu fünf Jahren verurteilt und lernte in dieser Zeit seine Frau kennen. Jahrelang ging alles gut, im Dezember 2016 verließ die Serbin aber den Mann aus dem Kosovo und zog einige Monate zu ihrem Sohn.

Nach der Rückkehr dürfte Brahim E. seine Frau gesucht haben. Eine Verwandte verriet ihm die Adresse in Wien-Favoriten. Mit einem Küchenmesser bewaffnet lauerte er der Frau am 20. Mai an der Ecke Leebgasse/Buchengasse auf. Dann stach er achtmal zu, für das Opfer gab es keine Rettung.

„Trage sogar ein Leibchen von ihr
Für die Staatsanwältin steht außer Zweifel, dass Eifersucht und Zurückweisung das Motiv waren: „Er konnte die Trennung nicht akzeptieren.“ Brahim E. sieht das anders: „Ich liebe meine Frau noch immer und trage sogar ein Leibchen von ihr am Körper.“ Richterin Eva Brandstetter konnte gerade noch verhindern, dass der Angeklagte dieses auch im Gerichtssaal herzeigte.

„Keinesfalls habe ich meine Frau töten wollen“, beteuert der Mann: „Das schwöre ich bei meinem letzten Tropfen. Aber wegen der Gotteslästerung durch meine Ehefrau war ich außer mir. Das war eine abnormale Provokation.“ Das einstimmige Urteil - lebenslange Haft - ist noch nicht rechtskräftig.

Kronen Zeitung

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