Di, 22. Jänner 2019

Österreich wartet noch

11.12.2018 09:18

Apple-Bezahldienst Pay expandiert nach Deutschland

Kurz vor Weihnachten startet der US-Internetriese Apple seinen mobilen Bezahldienst aber nun auch in Deutschland. Ab sofort könnten Besitzer neuerer iPhones, der Apple Watch oder von neueren iPads Apple Pay nutzen. Apple-Konkurrent Alphabet hatte sein Angebot Google Pay bereits im Sommer gestartet. In Österreich lässt der Start beider Dienste indes weiter auf sich warten.

Deutschland gilt aufgrund der anhaltenden Beliebtheit von Bargeld als schwieriger Markt. Fast drei Viertel ihrer Einkäufe begleichen Verbraucher mit Scheinen und Münzen. Nur sieben Prozent der Deutschen haben schon einmal mit dem Smartphone ihre Rechnungen beglichen, wie eine Untersuchung der Deutschen Bundesbank ergab.

„Hunderttausende Standorte“ an Bord
Wie gewohnt hielt sich Apple zu den Details des neuen Angebots bedeckt. Wie viele Einzelhändler von Anfang an Bord sind, ist unklar. Die Rede war lediglich von „Hunderttausenden Standorten“. Fest steht, dass die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Esprit, Tchibo, C&A, Allianz Arena sowie Apps wie der Essenslieferdienst Foodora, mytaxi oder der Online-Modehändler Zalando mit von der Partie sind. Bis die Zalando-Kunden größere Einkäufe mit Hilfe von Apple Pay abwickeln, dürfte es noch dauern. „Die Verbraucher benötigen Zeit, bis sie Apple Pay auch nutzen und bei größeren Transaktionen einsetzen“, sagte der für Zahlungssysteme zuständige Zalando-Manager Kai-Uwe Mokros.

EC-Karten werden nicht unterstützt
Wer mobil an einem NFC-fähigen Kassenterminal mit seinem iPhone oder der Apple Watch bezahlen will, muss in einer App eine Debit-oder Kreditkarte hinterlegt haben. Die in Deutschland verbreiteten Girokarten (EC-Karten) werden bisher nicht berücksichtigt. Die Karte sollte von einer Bank ausgestellt worden sein, mit der der US-Konzern in Deutschland zusammenarbeitet. Das sind unter anderem American Express, Deutsche Bank, HypoVereinsbank, Comdirect, daneben der Zahlungsanbieter Wirecard mit seiner Bezahl-App „Boon“ und die Smartphone-Bank N26. „Wir erhoffen uns, durch Apple Pay weiter zu wachsen. In anderen Märkten haben sich Kunden für uns entschieden, weil wir es im Angebot haben und andere Banken nicht“, sagte der fürs operative Geschäft zuständige N26-Manager Max Schertel.

In den USA seit Jahren verfügbar
Apple Pay wurde in den USA schon vor vier Jahren gestartet und ist inzwischen in 26 Märkten verfügbar, in mehr Ländern als der - in Österreich ebenfalls noch nicht verfügbare - Dienst Google Pay. Während der Service in anderen europäischen Ländern wie Frankreich, Italien oder Spanien schon lange genutzt werden kann, blieben deutsche Nutzer bisher außen vor. Denn Apple und die Banken konnten sich im Streit um Gebühren lange Zeit nicht einigen. Nun wurde Stillschweigen über die Konditionen vereinbart. „Wir können keine konkreten Angaben zu den Kosten oder Gebühren machen“, sagte Schertel.

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