Di, 22. Jänner 2019

Gefühlsausbruch

10.12.2018 14:51

Mette-Marit: Tränen bei Nobelpreis-Verleihung

Die Jesidin Nadia Murad aus dem Irak und der kongolesische Gynäkologe Denis Mukwege haben am Montag in Oslo den Friedensnobelpreis entgegen genommen. Sie wurden für ihren Einsatz gegen sexuelle Gewalt in Konfliktregionen ausgezeichnet. Die norwegische Kronprinzessin war bei der Veranstaltung so gerührt, dass sie weinen musste. Auch Anwältin Amal Clooney, Ehefrau von Hollywoodstar George Clooney, die Nadia Murad zur Nobelpreisverleihung begleitet hatte, standen die Tränen in den Augen.

Tagelang war spekuliert worden, ob die an der chronischen Krankheit Lungenfibrose leidende norwegische Kronprinzessin Mette-Marit an der diesjährigen Friedensnobelpreisverleihung, die traditionell in Oslo stattfindet, teilnehmen wird können.

Die 45-Jährige hatte angekündigt, dass es immer wieder Tage gibt, an denen ihr Gesundheitszustand es nicht zulassen würde, Termine wahrzunehmen. Doch dieses wichtige Ereignis hat sie sich trotz der Anstrengung nicht nehmen lassen.

Verschleppt und versklavt
An der Seite von König Harald, König Sofia und ihrem Ehemann Kronprinz Haakon besuchte sie die Verleihung des diesjährigen Friedensnobelpreises an die Jesidin Nadia Murad aus dem Irak und den kongolesischen Gynäkologen Denis Mukwege. 

Die heute 25-Jährige war im August 2014 im Irak von Kämpfern der IS-Miliz verschleppt und versklavt worden. Sie konnte schließlich nach Deutschland fliehen und engagiert sich seit 2016 als UNO-Sonderbotschafterin für die Rechte der Opfer von Menschenhandel. 

„Ein besonderer Tag für mich“
„Heute ist ein besonderer Tag für mich“, sagte Nadia Murad in ihrer Dankesrede. „Es ist der Tag, an dem das Gute über das Böse gesiegt hat, der Tag, an dem die Menschlichkeit den Terrorismus besiegt hat, der Tag, an dem die Kinder und Frauen, die Verfolgung erlitten haben, über die Täter dieser Verbrechen triumphiert haben.“ Doch der Friedensnobelpreis sei keine Entschädigung für ihr Volk, das nur wegen seines jesidischen Glaubens getötet worden sei.

Der heute 63-jährige Arzt Mukwege betreute in den vergangenen Jahren rund 50.000 vergewaltigte Frauen in dem von ihm 1999 gegründeten Krankenhaus in der Demokratischen Republik Kongo. Er setzt sich auch als Menschenrechtsaktivist gegen Vergewaltigungen als Kriegswaffe ein. 

Denis Mukwege schilderte eindrücklich, wie Frauen und sogar kleine Kinder im Kongo grausam geschändet wurden. Auch er schränkte ein: „Der heute verliehene Friedensnobelpreis wird nur dann von Wert sein, wenn er das Leben von Opfern sexueller Gewalt in der ganzen Welt konkret verändert und den Frieden in unseren Ländern wiederherstellt.“

Von ihren Gefühlen überwältigt, wischte sich die norwegische Kronprinzessin während der Zeremonie deutlich sichtbar die Tränen aus den Augen. Und auch Amal Clooney, die Anwältin von Nadia Murad war von der Verleihung zutiefst bewegt. Die Nobelpreise für Medizin, Chemie, Physik und Wirtschaftswissenschaften werden in Stockholm übergeben.

Pamela Fidler-Stolz
Pamela Fidler-Stolz

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen
Fünfte Bluttat 2019
Stiche in den Hals: Frau (32) in Tulln ermordet
Niederösterreich
Talente kommen
Sturm Graz leiht Jakupovic und Mensah aus
Fußball National
Wagner-Nachfolger
Huddersfield Town holt erneut deutschen Trainer
Fußball International
Hiobsbotschaft
Kreuzbandriss! Grange verpasst Ski-WM
Wintersport
Olympiasieger 2014
Biathlon-Star Schipulin geht in die Politik
Wintersport
Fake-Brief an „Krone“
„Letztklassig“: Ministerin rüffelt SP-Gewerkschaft
Österreich
Traumtor „vorbereitet“
Katastrophales Heimdebüt von Fabregas bei Monaco!
Fußball International
Verträge enden im Juni
Diese zwei Rapidler werden ins 2. Team versetzt
Fußball National

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.