Ein Konrad Wilczynski in Hochform hätte dem Team gegen die Dänen sicher sehr gut getan. Der flinke linke Flügelspieler hatte bis Dienstag in 85 Länderspielen 389 Treffer erzielt, in seinem 86. blieb er aber ohne Torerfolg. "Wann ich das letzte Mal in einem Länderspiel kein Tor erzielt habe, weiß ich nicht. Aber es gibt einfach solche Spiele, in denen nicht viel über den Flügel läuft. Dann darf man es auch nicht erzwingen", bilanzierte Wilczynski, der nur einen Torwurf hatte, und der war ein verschossener Siebenmeter in der Anfangsphase.
Heiß aufs nächste Match
Die Partie war für den Berlin-Legionär laut eigenen Angaben mit dem Schlusspfiff abgehakt, gegen Island will er sich wieder von seiner besten Seite zeigen. "Ich bin schon heiß aufs nächste Match", so der 27-Jährige. Die Stimmung am Dienstag gegen Dänemark war gut, ein echter Hexenkessel war die Halle auf der Gugl aber nicht. Auch deshalb, weil es große Probleme beim Einlass gab und die Fans teilweise erst kurz vor der Pause auf ihren Plätzen saßen.
"Mit den Fans im Rücken können wir entscheidende Kleinigkeiten besser machen. Die Atmosphäre wirkt für uns beflügelnd, es macht Spaß im eigenen Land zu spielen. Mit den Fans kann man den Gegner unter Druck setzen", ist sich Wilczynski aber sicher.
Gute Arbeit des Trainers
Weltklasse war bereits am Dienstag die Leistung des Dänemark-Legionärs Vitas Ziura (sieben Tore), und auch das Coaching von Sigurdsson ließ wenig zu wünschen übrig. Vor allem der taktische Schachzug, dass er bei Unterzahl in Windeseile statt Goalie Nikola Marinovic einen mit einem grünen Überziehshirt gekennzeichneten weiteren Feldspieler einsetzte und so den Gegner dreimal übertölpelte, sorgte sogar beim dänischen Teamchef Ulrik Wilbek für Anerkennung. "Wir waren sehr sehr gut vorbereitet, aber mit dem habe ich nicht gerechnet."
Dass die Dänen den Österreichern Respekt zollten, interessierte Kapitän Viktor Szilagyi wenig. "Der Gegner gratuliert einem zur Leistung, aber das macht es auch nicht besser. Es wäre etwas möglich gewesen", ärgerte sich der Gummersbach-Legionär nach der Schlusssirene. Szilagyi ist sich sicher, dass Österreich aus seinem ersten EM-Spiel der Geschichte viel gelernt hat: "Es waren keine Floskeln, dass wir gegen jede Mannschaft unsere Chance haben. Wir glauben an uns und haben jetzt auch ein Spiel EM-Erfahrung in den Knochen."
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