22.10.2018 09:35 |

Start gegen Bemelmans

Thiem: „Der Titel wäre die ultimative Krönung“

Seit er zurückdenken kann, ist Dominic Thiem jedes Jahr zum Tennisturnier in die Wiener Stadthalle gekommen. Nun ist der 25-jährige Weltranglisten-Siebente beim Erste Bank Open zum ersten Mal topgesetzt. Beim neunten Antreten bzw. dem achten im Hauptbewerb und als Nummer eins träumt Thiem vom ersten Wien-Titel. Er startet am Dienstag gegen Ruben Bemelmans (BEL) ins Turnier, sagt: „Der Titel wäre die ultimative Krönung.“

Wien sei sein „absolutes Heimturnier“. „Seit ich drei oder vier Jahre alt war, war ich jedes Jahr da. Da hat es keine Unterbrechung gegeben. Vom Kleinkind, das noch nichts vom Tennis verstanden hat, bis zum interessierten Zuschauer, und dann der flüssige Übergang zum aktiven Spieler. Es ist eine echte Traumbeziehung.“ Unvergessen bleibt Thiem sein erster Hauptbewerb in der Stadthalle 2011, der gleichzeitig zum großen Abschied von Thomas Muster wurde. „Da denke ich daran, wie geil das Match, die Stimmung und wie besonders die Konstellation war.“

Neue Bälle
Zurück in der Gegenwart hat sich Thiem u.a. mit Kevin Anderson und Kei Nishikori auf sein Heimturnier eingeschlagen, auch mit dem neuen Turnierball Dunlop. „Er ist, wenn er neu ist, sehr schnell, aber er geht auch schnell auf, und dann ist er super zum Spielen.“ Die Platzbedingungen seien ähnlich wie jene bei seinem ersten Hallen-Titel vor wenigen Wochen in St. Petersburg.

Thiem über seine Herausforderer
Und das sagt Thiem zu seinen schärfsten Gegnern: Nummer zwei, Kevin Anderson: „Mit dem habe ich Samstagabend trainiert. Er spielt sehr gut zur Zeit, aber er hat einen richtig schweren Erstrundengegner mit Basilaschwili. Der hat einen ziemlichen ‘Atomlauf‘ gerade. Der hat Peking gewonnen und dann auch in Shanghai sehr gut gespielt.“ Thiem erwartete für das Match am Montag (nicht vor 17.00 Uhr) eine sehr enge Partie.

Nummer drei, Grigor Dimitrow: „Bei dem weiß man nicht. Der hat aus Shanghai rausgezogen, spielt jetzt kein sehr gutes Jahr, aber ist auch ein Spieler, bei dem von einem Moment auf den anderen alles aufgehen kann. Der kann theoretisch dieses Turnier und Paris gewinnen. Der hat sicher einige Zeit zum Trainieren gehabt, um sein eher schwaches Jahr zu vergessen. Mit dem kann man sicher rechnen.“

Nummer vier, John Isner: „Den, glaube ich, wünscht sich keiner, vor allem da in der Halle. Man kann es nicht glauben, aber der fühlt sich auch auf langsamen Belägen wohler, weil er dann nach seinem Aufschlag noch mehr Zeit hat. Deshalb kommt ihm das sehr entgegen. Er war noch nie beim Masters, hat aber heuer seine größte und vielleicht auch letzte Chance. Dass heißt, der wird alles reinhauen.“

Nummer fünf (und auch Mitkonkurrent um London), Kei Nishikori: „Mit ihm habe ich hier auch schon trainiert. Er trifft (den Ball) auch wieder richtig gut. Er hat eine Extramotivation, weil er noch voll im Race drinnen ist.“

Auch Bruder Moritz ist dabei 
Mit von der Partie ist beim Erste Bank Open auch Thiems kleiner Bruder Moritz. Allerdings noch nicht als Spieler, sondern als Backstage-Reporter für „Sky“: „Das finde ich eine super Idee. Ich glaube, dass man durch ihn gute Einblicke kriegt, weil er auch gute Beziehungen zu den Spielern hat.“

Über die sportliche Entwicklung des Bruders, der vor kurzem seine ersten ATP-Punkte gesammelt hat, äußert sich Dominic Thiem positiv. „Ich habe ihn jetzt öfters spielen gesehen und auch in der letzten Woche mit ihm trainiert. Er hat einen Riesenschritt gemacht und auch sehr gute Spieler bei den Futures geschlagen. Er wird langsam zum Mann, man sieht es körperlich, er ist viel fitter geworden.“ Thiem junior wird am 8. Dezember 19. „Ich glaube, dass er es schaffen kann. Wie weit es wirklich geht, wird man eh sehen“, sagte Dominic über Moritz‘ Aussichten.

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