Do, 15. November 2018

Welternährungstag 2018

15.10.2018 13:05

Klimawandel und Verschwendung sorgen für Hunger

Jahrelang ist die Zahl der Menschen, die weltweit an Hunger leiden, zurückgegangen, nun ist sie wieder gestiegen: auf 821 Millionen. „Zentrale Ursache neben der gestiegenen Anzahl an weltweiten Konflikten sind vor allem die Auswirkungen des Klimawandels“, so Alexandra Blattnig, die Leiterin der Caritas-Auslandshilfe in Kärnten.

Afrika südlich der Sahara sei der „Brennpunkt der Not“, denn dort sei bereits mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit einer mittelschweren bis schweren Nahrungsmittelunsicherheit konfrontiert. Der Klimawandel selbst wird, so die Caritas, nicht zuletzt durch die Art wie wir uns ernähren angeheizt. Eine besondere Bedeutung hat dabei die Lebensmittelverschwendung: Sie soll für 3,3 Gigatonnen CO2-Emission verantwortlich sein. „Lebensmittelverschwendung ist rechnerisch nach den USA und China der drittgrößte Emittent von Treibhausgasen. Die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung ist daher nicht nur eine ethische Frage, sondern auch aktiver Klimaschutz“, weiß Bernhard Rebernig vom Ökosozialen Forum Kärnten.

Elke Oberhauser von Best of the Rest hat erschreckende Zahlen: „In Österreich werden 577.000 Tonnen Lebensmittel pro Jahr weggeworfen. Umgelegt auf Kärnten sind das rund 37.500 Tonnen oder knapp 70 Kilo Essen pro Einwohner.“ Nur 15 Prozent der Abfälle entstehen in der Lebensmittelproduktion, jedoch 36 Prozent in den Haushalten und 30 Prozent beim Essen außer Haus. 13 Porzent dieser Abfälle fallen im Lebensmitteleinzelhandel an; allein 35600 Tonnen Brot müssen hier entsorgt werden. „Unser Brot landet zu oft im Müll“, betont Rebernig.

Nach Vorgaben der UNO will Österreich die Lebensmittelabfälle bis 2030 um die Hälfte reduzieren.  Dazu kann jeder beitragen: durch bewusstes Einkaufen (bei Großpackungen und Mengenrabatten zweimal nachdenken), durch Beachtung der Haltbarkeitsangabe (auch bei abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum kann das Lebensmittel meist problemlos genossen werden, zuerst Genießbarkeit testen, dann im Notfall wegwerfen), und durch kreatives Kochen (Resterl-Küche kann so köstlich sein!). Außerdem spart es Geld, denn in Österreich landen pro Jahr Lebensmittel im Wert von 300 Euro im Müll.

Christina Natascha Kogler
Christina Natascha Kogler

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