Mi, 14. November 2018

Menschenhandel 2.0

15.10.2018 12:42

Babys über Instagram zum Kauf angeboten

Die Polizei in Indonesien hat einen Kinderhändlerring auf Instagram gesprengt. Vier Personen, darunter eine 22-jährige Mutter und ein 29-jähriger mutmaßlicher Makler, wurden verhaftet. Sie sollen über die populäre Foto-Plattform Babys an- und verkauft haben, wie die Polizei am Sonntag in einer Pressekonferenz mitteilte.

Bei den beiden anderen verhafteten Personen handelt es sich um eine Hebamme und einen mutmaßlichen Käufer aus Bali, dem die 22-Jährige ihr Baby für umgerechnet rund 852 Euro angeboten hatte, wie CNN berichtete. 

Indonesische Behörden waren dem US-Sender zufolge auf einen Instagram-Account aufmerksam gemacht worden, der sich als Beratungsdienst für Schwangerschaften und Adoptionen ausgab. Neugeborene waren auf diesem mit Fotos näher vorgestellt worden. An einer Adoption Interessierte, so die Bitte in der dazugehörigen Nachricht, sollten sich über eine Kontaktnummer in Verbindung setzen. In anderen Postings baten etwa schwangere Frauen um eine Adoption, um die Geburt vor ihren Familien geheim zu halten.

Der Instagram-Account wurde inzwischen gesperrt. Behördenangaben zufolge war er gut ein Jahr lang aktiv und zählte mehr als 700 Follower.

„Soziale Medien haben Menschenhandel verändert“
Soziale Medien hätten die Art und Weise, wie Menschenhändler Geschäfte machen, verändert, hielt der Leiter der nationalen Kommission für Kinderschutz in Indonesien gegenüber CNN fest. „
In den alten Tagen geschah die Transaktion persönlich und wurde normalerweise durch einen Mittelsmann arrangiert“, sagte er. „Aber jetzt nutzen sie neue und fortschrittlichere Methoden über soziale Medien wie Instagram und Facebook.“ Die Plattformen seien besonders deshalb attraktiv für die Menschenhändler, weil „der Deal direkt zwischen Verkäufer und Käufer stattfindet und von den Strafverfolgungsbehörden nur schwer zu entdecken ist“.

Jedes Jahr 100.000 verkaufte Kinder
Amanda Bissex vom Kinderhilfswerk UNICEF fordert daher von Behörden eine „Anpassung ihrer Politik, um solche Verbrechen zu verhindern.“ Die Verwendung von Instagram zeige, wie Menschenhändler ihre Methoden ständig anpassten. UNICEF-Schätzungen zufolge werden in Indonesien jedes Jahr 100.000 Kinder verkauft, die Mehrheit von ihnen wird zur Prostitution gezwungen. 
Die vier nun verhafteten Personen müssen sich wegen Verstößen gegen das Kinderschutzgesetz vor Gericht verantworten. Ihnen drohen jeweils bis zu 15 Jahre Haft.

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