Fr, 19. Oktober 2018

Möchte Frau beistehen

08.10.2018 13:49

Heinz-Christian Strache: Kein Anspruch auf Karenz

„Ich freue mich riesig über unser Glück und auf unser Baby!“, mit diesen liebevollen Worten gab Vizekanzler und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache am Wochenende bekannt, dass er wieder Vater wird. Seine Frau Philippa erwartet einen Buben. Das Baby soll rund um Silvester zur Welt zur kommen. Der 49-jährige Politiker verkündete, dass er „natürlich in Karenz gehen werde“. Eine Ankündigung, die viele freut, denn dies hätte eindeutig Vorbildwirkung. Es gibt nur ein Problem: Für Politiker ist eine „Karenz“ bisher nicht vorgesehen.

Ich werde natürlich ein paar Wochen in Karenz gehen, das verspreche ich euch“, kündigte der Vizekanzler an und begründete seinen Wunsch damit, seiner Frau und dem gemeinsamen Kind zur Seite stehen zu wollen. Er wäre damit das erste männliche Mitglied der Bundesregierung, das sich eine Kinder-Auszeit nimmt.

Kein Anspruch auf Karenz
Doch bevor man Strache beim Kinderwagenschieben und Fläschchengeben sehen wird, müssen noch rechtliche Dinge geklärt werden. Man prüfe gerade, welche Möglichkeiten es gibt, sagte sein Sprecher. Klar ist, dass Minister keinen Anspruch auf Karenz haben.

Köstinger kämpft für Änderung
Zuletzt hatte Umwelt- und Landwirtschaftsministerin Elisabeth Köstinger nach der Geburt ihres Sohnes versucht, eine dahingehende Änderung anzuregen. In Köstingers Fall ist deren Lebensgefährte seit September in Karenz. Sie selbst hatte sich lediglich eine sechswöchige Auszeit nach der Geburt Anfang Juli genommen. Da Minister nicht in einem Angestellten- bzw. Dienstverhältnis stehen, sondern ein politisches Mandat haben, gibt es keine Karenzregelung. 

Babys im Plenarsaal
Nun besteht die Chance, dass Minister beider Parteien eine Änderung durchsetzen. Und vielleicht eine weitere. Köstinger forderte auch, dass Abgeordnete ihr Baby in den Plenarsaal mitnehmen dürfen: „Ich habe selbst oft erlebt, dass bei der Suche nach Kandidaten für Funktionen oder vor Wahlen vor allem junge Frauen gesagt haben: „Politik und Kinderkriegen, das ist doch unvereinbar. Mein Zugang ist ein anderer.“

Vorbilder gibt es. Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern brachte ihre drei Monate alte Tochter Neve im September in die UN-Vollversammlung in New York mit. Während sie eine Rede hielt, saß Ehemann Clarke Gayford mit dem Baby im Publikum. Er teilte auf Instagram ein Foto des UN-Zugangsausweises der Tochter.

Am Wochenende war bekannt geworden, dass Straches Ehefrau Philippa schwanger ist. Der erwartete Geburtstermin ist um den Jahreswechsel.

Für das seit Oktober 2016 verheiratete Paar wird es das erste gemeinsame Kind sein, für Strache bereits das dritte. 

 krone.at
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