Mi, 17. Oktober 2018

Historisch schön

19.09.2018 16:13

Monza: Der schnellste Straßen-Ferrari aller Zeiten

Sie sehen aus wie Ferraris aus alten Zeiten, und doch sind sie die schnellsten Pferde aus Maranello, die je für die Straße gebaut wurden: der Ferrari Monza SP1 und SP2. Die beiden limitierten Sondermodelle lassen bewusst die 50er-Jahre wiederaufleben, werden aber vom aktuellen Top-Triebwerk der Italiener angetrieben, dem 810 PS starken V-Zwölfzylinder aus dem Ferrari 812 Superfast.

Die beiden Supersportwagen, die beim Capital Market Day vor handverlesenem Publikum im Werk in Maranello präsentiert wurden, begründen das neue Modellsegment „Icona“. Der Monza SP1 ist ein reiner Einsitzer, beim SP2 handelt es sich um einen Zweisitzer, ohne die Abdeckung des SP1, dafür mit dem zweiten Überrollbügel samt Powerdome.

In beiden Fahrzeugen sitzen die Insassen ziemlich im Fahrtwind. Für den Fahrer gibt es lediglich eine „virtuelle Windschutzscheibe“, die einen Teil des Luftstromes ablenken soll. Vor dem Beifahrer steht so etwas wie das Fragment einer Windschutzscheibe.

Im Fall des SP2 befindet sich eine Längsstrebe zwischen Fahrer und Beifahrer, darunter eine Mittelkonsole, die dem Fahrer zugeneigt ist. Dieser blickt auf ein klassisches Ferrari-Cockpit und hält ein Lederlenkrad samt dem bekannten Manettino in der Hand. Beide werden von engen Leder-Sportsitzen samt Hosenträgergurten gehalten, wenn dieses moderne Stück Sportwagengeschichte in 2,9 Sekunden auf Tempo 100 stürmt, oder gar in 7,9 Sekunden von 0 auf 200 km/h. Als Maximaltempo gibt Ferrari über 300 km/h an. Natürlich gibt es hier keine Helmpflicht, aber nur mit Sonnenbrille wäre bei solchen Geschwindigkeiten etwas zu cool, um sinnvoll zu sein.

Der 6,5-Liter-V12 leistet 810 PS (also 10 PS mehr als im 812 Superfast) und liefert ein maximales Drehmoment von 719 Nm bei 7000/min. Die Kraft wird über ein Doppelkupplungsgetriebe an die Hinterräder übertragen. Über den Verbrauch macht Ferrari noch keine Angaben. Das Trockengewicht des 4,66 Meter langen und zwei Meter breiten Monza SP1 beträgt 1500 kg, der SP2 wiegt 20 kg mehr.

Die Türen öffnen nach oben, die Motorhaube-Kotflügel-Baugruppe besteht aus Carbon. Die Rohkarosserie beider Modelle ist aus Carbon gefertigt. Auch der Innenraum ist damit ausgekleidet.

Das Design der beiden soll an die historischen Ferrari Barchettas anschließen, insbesondere den 166 MM, aber auch an den 750 Monza und den 860 Monza. Das einzige Ziel beim Bau dieser kompromisslosen Modelle war seinerzeit, Platz eins zu erreichen. Und das gelang, mit zahlreichen Siegen bei den Sportwagen-Weltmeisterschaften der 1950er-Jahre prägten sie den Mythos Ferrari mit.

Angeblich sollen jeweils 500 Stück gebaut werden, jedes Exemplar wird weit über eine Million Euro kosten und an ausgewählte Sammler und Kunden verkauft. Schade ist nur, dass die Fahrzeuge voraussichtlich wohl vor allem in Sammlungen herumstehen werden.

Ferrari hat Großes vor. Im Zeitraum 2019 bis 2022 sind 15 neue Modelle in verschiedenen Segmenten geplant. Das teilte Ferraris Chef Louis Camilleri am Abend der Präsentation mit. Ferrari werde vor allem auf Hybrid-Fahrzeuge setzen.

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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