Sa, 17. November 2018

Interview: Dr. Püspök

15.09.2018 06:00

Chronisch Rückenschmerzen!

Niemand müsste mit ständigen Problemen im Rücken leben! Prim. Dr. Johannes Püspök, Ärztlicher Leiter im Moorheilbad Harbach (NÖ), beantwortet Fragen zu diesem leider stets aktuellen Thema.

Chronische Schmerzen sind eine Qual. Viele Menschen glauben allerdings, damit leben zu müssen. Dabei gibt es in praktisch allen Fällen die Chance auf Hilfe! Die Schmerztherapie hat nämlich deutlich an Bedeutung gewonnen, neue Methoden wurden entwickelt. In Österreich stehen an erster Stelle der Beschwerden die Rückenleiden.

Was sind die Ursachen von Rückenschmerzen?
Vor allem Bewegungsmangel, und damit untrainierte Muskeln. Weiters einseitige Belastungen (Arbeitsplatz, Freizeit), aber auch Stress. Seelischer Druck - egal ob beruflich oder privat - führt zu muskulären Verspannungen und damit auch zu Rückenschmerzen.

Wie beugt man am besten vor?
Natürlich hauptsächlich durch Beseitigung der Ursache! Das heißt, an erster Stelle aller Präventionsmaßnahmen steht Bewegung in Form von heilgymnastischen Übungen, Muskelaufbau und Ausgleichssport. Viele Arten von Rückenschmerzen lassen sich alleine durch regelmäßige sportliche Aktivitäten vermeiden. „Wirbelsäulenfreundliche“ sind vor allem Rückenschwimmen, Nordic Walking und Radfahren.

Durch gezieltes Training können Rumpfmuskulatur und stabilisierende Wirbelsäulenmuskeln aufgebaut werden - zur Verhinderung frühzeitiger Haltungsschäden! Lernen Sie aber auch im Alltag: Richtig Heben, Tragen und Sitzen senkt das Risiko für Rückenschmerzen dramatisch! Im Moorheilbad Harbach wird auch das neue Programm der Pensionsversicherungsanstalt „Gesundheitsvorsorge Aktiv“ angeboten. Es eignet sich perfekt zur Vorbeugung von Rückenproblemen! Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Bewegung, Stressabbau und Ernährung.

Ab wann soll man zum Arzt?
Bei sehr heftigen Schmerzen bzw. wenn die Beschwerden schon eine Woche andauern oder immer wiederkehren. Je früher man zum Spezialisten geht, desto früher kann eine angepasste Behandlung erfolgen. Leider wird oft viel zu lange gewartet, ehe man ärztliche Hilfe sucht! Damit aber steigt das Risiko, dass die Schmerzen chronisch werden, was die erfolgreiche Behandlung erschwert.

Wann spricht man von chronischen Schmerzen?
Der akute Schmerz hat eine wichtige Schutz- und Warnfunktion. Chronische Schmerzen liegen dann vor, wenn es länger als 6 Monate weh tut. Dann gibt es keine Warnfunktion mehr, der Zustand ist bereits als eigenständige Krankheit zu betrachten. Der ständige Leidensdruck führt langfristig zu Angst, Hilflosigkeit, Leistungseinschränkung, Isolation, Schlafstörungen und Depressionen.

Welche Maßnahmen sind dann notwendig?
Eine Kombination verschiedener Therapien: Physikalische Behandlung, Medikamente, psychologische Begleitung, das Erlernen von Entspannungstechniken und zur Unterstützung Komplementärmedizin - etwa Akupunktur und Neuraltherapie.I m Moorheilbad Harbach wurde bei bereits chronischen Beschwerden der Schwerpunkt „Schmerztherapie“ mit einem multiprofessionellen Team geschaffen. Schmerzspezialisten, Allgemeinmediziner, Gesundheits- und Krankenpfleger, Psychologen und Physiotherapeuten arbeiten perfekt zusammen.

Totale Schmerzfreiheit kann nicht immer erzielt werden. Auf jeden Fall aber Linderung und Hilfestellung bei der Schmerzbewältigung. Kernaufgabe für die Betroffenen selbst ist es, geeignete Strategien zu erlernen, um mit der Situation bestmöglich umgehen zu können.

Gesundheitsredaktion, Kronen Zeitung

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