01.09.2018 06:47 |

Witzige Infokampagne

Ab sofort sind Pizza, Kebab und Co. in U6 verboten

Aus und vorbei: Wer Hunger hat, kann am Bahnsteig seine Pizza verzehren. Andere Fahrgäste in der Wiener U6 darf er nicht mehr mit herbem Aroma und fettigen Fingern belästigen. Seit Samstag herrscht Essverbot für sämtliche (!) Speisen auf der Strecke, ab Jänner dann in allen U-Bahn-Linien und später vielleicht auch in Bim und Bus.

Damit das jeder Hungrige versteht, haben die Wiener Linien ein Infopaket „mit Schmäh“ geschaffen. Mittels Plakaten, Kinospots, Piktogrammen und Klebern werden die Passagiere auf die Regelung aufmerksam gemacht. Die Sujets greifen auf Motive beliebter Krimiserien zurück: „Pizza Kriminale“, „Nudelfall ungelöst“ oder „Klare Scharftat“.

„Kommen großem Wunsch der Fahrgäste nach“
Sie wurden am Freitag am Westbahnhof vorgestellt. „Wir wollen, dass sich alle Fahrgäste in den Öffis wohlfühlen, und kommen dem großen Wunsch der Fahrgäste nach, ein generelle Essverbot zu erlassen“, so Öffi-Stadträtin Ulli Sima (SPÖ). Mehr als zwei Drittel der Teilnehmer sprachen sich bei einem Online-Voting im Sommer für eine essensfreie U-Bahn aus.

Vorreiter sind die Wiener Linien mit ihrem Projekt allerdings nicht. Ein generelles Essverbot gibt es seit Langem in vielen Metropolen, etwa Berlin, Basel oder Singapur. Aber auch in heimischen Städten, wie Innsbruck, Klagenfurt und Bregenz, wurde der Konsum von Speisen in den öffentlichen Verkehrsmitteln schon vor Jahren verboten.

Groß angekündigter Protest fand nicht statt
Zu einer Abschiedsdemo mit Döner & Co. riefen die „U6-Stinker“ auf. Doch der groß angekündigte Protest verpuffte wie die laue Sommerluft. Zwar haben sich mehr als 2000 Facebook-Nutzer zum gemeinsamen Schmatzen bei der U-Bahn-Station Josefstädter Straße angesagt. Allein: Zum vereinbarten Starttermin zu Mittag erschien niemand.

Treffpunkt war das Kebab-Restaurant Mangalet in den Gürtelbögen, das ein Drittel seiner Einnahmen am Freitag an die Wiener Tafel spendet. Der Besitzer der Lokalität ist allerdings selbst ein Befürworter des Essverbots in den Zügen. Wer das missachtet, wird vorerst nur ermahnt. „Strafen gibt es im ersten halben Jahr noch keine“, sagt Sima.

Lisa Huber und Alex Schönherr, Kronen Zeitung

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