31.08.2018 08:00 |

Köstendorf:

„Der Ort kann nicht alles schlucken“

Am Montag, den 10. September, präsentiert die ÖBB ihre Pläne zum Bau des 16,5 Kilometer langen Flachgau-Tunnels der Hochleistungsstrecke in Köstendorf. Der Ort hat die Befürchtung, dass die riesige Baustelle - das Tunnelportal liegt im Gemeindegebiet - negative Auswirkungen auf die Bevölkerungen haben wird.

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„Ich möchte feststellen, dass es diesen Tunnel braucht, das ist klar. Es werden dadurch auch weitere Kapazitäten für den Regionalverkehr frei“, sagt Bürgermeister Wolfgang Wagner aus Köstendorf. Die riesige Dimension des Projekts macht der Gemeinde aber ein wenig Angst. Der Antransport von Material und Maschinen, der Abtransport des Aushubs vom Tunnel beschäftigen viele in der Flachgauer Gemeinde. Gerade das wegbringen des Aushubs ist noch ein kritisches Thema. Lange Förderbänder sollen dafür installiert und das Material damit zu einer Sammelstelle gebracht werden.
Diese Stelle wurde ein Jahr lang seitens der ÖBB gesucht und könnte jetzt am Tannberg gefunden sein. „Das Problem ist, dass die Förderbänder entlang von Wohngebieten wie etwa in Spanswag führen sollen. Das sorgt natürlich für Unm ut“, sagt der Ortschef und fügt hinzu: „Da wäre eine Erschließung von Lochener Seite besser, weil Köstendorf kann nicht alles schlucken.“ Verkehrslandesrat Schnöll sieht in den Förderbändern die Chance „Lkw-Fahrten stark zu reduzieren.“ Wagner wünscht sich einen verstärkten Transport über das Schienennetz.
Bald wird es auch eine politisch unabhängige Bürgergruppe geben, die in den Prozess einbezogen werden soll. „Wir wollen nichts verhindern, sonder setzen auf Zusammenarbeit“, stellt Wagner klar, der bereits seit 1999 mit dem Projekt vertraut ist: „Wir konnten seit damals viele Verbesserungen herbeiführen.“ Es hat auch in den letzten Jahren zahlreiche Abstimmungsgespräche mit allen Seiten gegeben und auch die Bürger wurden informiert. „Außer mit den Förderbändern. Das ist jetzt alles sehr kurzfristig passiert“, sagt der Bürgermeister, der mit allen Mitteln die Belastung für die Bürger so gering wie möglich halten will. Vielen sei das Ausmaß noch nicht bewusst. Die Köstendorfer werden sich auch genau das Projekt des Semmering-Basistunnels anschauen und Erfahrungen von dort einholen.
Die genauen Pläne stellt die ÖBB am 10. September in der Gemeinde vor. Auf 16,5 Kilometern wird der Flachgau-Tunnel entstehen. Der Großteil der Strecke verläuft unterirdisch, eine kleinerer als Einhausung. Gesamt werden über 21 Kilometer Gleise für die Hochleistungsstrecke gebaut. Für Wagner ist es ein Zukunftsprojekt mit einem großen Mehrwert für die Kinder und Enkelkinder.

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