So, 23. September 2018

Skandal in USA

22.08.2018 08:19

Schönborn über Missbrauch: „Bin tief betroffen“

Nach dem Bekanntwerden des Missbrauchsskandals innerhalb der katholische Kirche im US-Bundesstaat Pennsylvania hat sich jetzt Kardinal Christoph Schönborn in der Causa zu Wort gemeldet: „Ich bin tief betroffen von den jüngsten Berichten über Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche in den USA! Die Kirche darf bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen und der Präventionsarbeit nicht nachlassen!“

Wie Schönborn im Gespräch mit erzdiözese-wien.at sagte, müsse die katholische Kirche nun alles unternehmen, „damit Missbrauch keinen Platz mehr in dieser Kirche hat“.

Lobende Worte für Papst
Lobende Worte findet der Kardinal, der derzeit am katholischen Weltfamilientreffen in Irland teilnimmt, für Papst Franziskus. Dieser hatte am Montag in einem Brief an alle Katholiken die schwere Schuld der katholischen Kirche im Missbrauchsskandal eingeräumt. „Mit Scham und Reue geben wir als Gemeinschaft der Kirche zu, dass wir nicht dort gestanden haben, wo wir eigentlich hätten stehen sollen, und dass wir nicht rechtzeitig gehandelt haben, als wir den Umfang und die Schwere des Schadens erkannten“, heißt es in dem Schreiben. Mit diesen Worten sei der Papst „einen deutlichen Schritt vorausgegangen. Dafür gebührt ihm unser aller Dank“, so Schönborn.

Ermittlungsbehörden im US-Bundesstaat hatten vergangene Woche einen riesigen Missbrauchsskandal innerhalb der katholischen Kirche aufgedeckt: Mehr als 300 namentlich genannte Priester werden beschuldigt, sich in den vergangenen 70 Jahren des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht zu haben.

„Unsere Sorge muss den Opfern gelten“
Schönborn betonte nun, dass in Österreich seit spätestens 2010 - damals wurde die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft gegründet - intensiv Präventionsarbeit betrieben werde. Außerdem gehe man einen ganz entschiedenen Weg der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen: „Unsere erste Sorge muss den Opfern gelten. Kompromisslos.“

 krone.at
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