So, 21. Oktober 2018

Autofahrer verärgert:

06.08.2018 07:00

60 Prozent der Salzburger Straßen sind kaputt

So einfach darf es sich der Straßenerhalter nicht machen: Immer mehr Schilder warnen vor Straßenschäden - und statt diese zu reparieren, bleiben die Verkehrstafeln Monate lang stehen. „Vorsicht, Spurrinnen“ ist so ein ähnliches Warn-Schild. Wo versickern eigentlich die vielen Millionen, die der Staat aus der Kfz-Steuer einnimmt? Die Milliarden aus der Mineralölsteuer? Oder die Strafen aus den vielen Abzock-Tempo-Limits?

„Tappami“, zu deutsch „Stopf mich“, heißt die private Organisation, die in Italiens Hauptstadt Rom seit Jahren ausrückt, um die 100.000 Schlaglöcher auszubessern: Weil es dort wegen der Straßenschäden vor allem bei Motorradfahren zu schweren Verkehrsunfällen gekommen ist und die Politik nichts unternimmt.

Soweit sind wir zwar in Salzburg noch nicht. Aber viele Lenker haben den Eindruck, dass es Bund, Land und Gemeinden mittlerweile ziemlich egal ist, in welchem Zustand sich unsere Straßen befinden. Tafeln für ein Tempo-Limit und die Warnung vor Straßenschäden kosten einfach weniger als eine Straßensanierung.

Dabei ist der Autofahrer eine Geldquelle ersten Ranges, wie ein Rechenbeispiel zeigt: Zum Jahresende 2017 gab es im Land Salzburg 420.988 zugelassene Kfz, 307.929 davon waren Pkw. Alleine in der Stadt Salzburg sind 98.212 Kfz angemeldet, 78.448 davon Pkw. Nimmt man die Zahl der landesweit angemeldeten Pkw und die durchschnittliche jährliche Kfz-Steuer für einen VW Golf (580 €), dann kassiert Vater Staat alleine aus diesem Titel 178,6 Millionen Euro an Kfz-Steuer im Jahr. Für die Stadt Salzburg macht das (nur Pkws) immerhin noch 45,5 Millionen im Jahr aus. Doch die Stadt gibt nur rund sechs Millionen € für Reparaturen aus.

Und es wird nur mehr gewarnt, nicht saniert: So wird man an der Kreuzung Maxglaner Hauptstraße-Rochusgasse durchgeschüttelt wie ein Martini-Cocktail, die Gaisbergstraße ist seit Jahren ein Sanierungsfall, selbst Autobahnauffahrten sind kaputt. Ganze Regionen im Lungau, Pongau oder das Glemmtal sind nur über Rüttelpisten oder Fleckerlteppiche erreichbar.

Unabhängige Experten schlagen Alarm: Der Anteil von den Verkehrswegen, die in Salzburg in schlechtem bis sehr schlechtem Zustand sind, stieg von 2009 bis 2017 von 38,6 auf 58,4 % an. 2017 hatte die Landesbaudirektion gerade einmal neun Millionen zur Straßensanierung bekommen, mehr als das Doppelte an Mitteln wäre unbedingt nötig.

Wolfgang Weber
Wolfgang Weber

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