Mo, 20. August 2018

Am Dachstein

01.08.2018 05:49

Wirt birgt Mutter und Tochter aus Gletscherspalte

Puhh, das war wirklich um Haaresbreite! Eine deutsche Alpinistin (42) und ihre 13-jährige Tochter rutschten am Hallstätter-Gletscher am Dachstein über ein Schneefeld in die Tiefe, stürzten gemeinsam in eine Gletscherspalte und blieben auf einer Schneebrücke liegen - daneben ging’s 50 Meter in die Tiefe! Der Wirt der Seethalerhütte rettete die schwer verletzte Mutter und ihr Kind.

Die 42-Jährige war mit ihrer Tochter über den Klettersteig „Randkluftensteig“ vom Gipfel des Dachsteins abgestiegen. Gegen 14 Uhr erreichten die beiden den Hallstätter-Gletscher. Dieser ist dort zwischen 30 und 40 Grad steil, also beinahe wie ein schräger Eislaufplatz. Mutter und Tochter hatten keine Eisausrüstung, hängten deshalb die Sicherungsarme ihrer Klettersteigsets zusammen. Als die beiden den Gletscher querten, rutschte das Mädchen ab.

Mutter wurde mitgerissen
Beim Sturz konnte sich die Mutter nicht halten, wurde mitgerissen. Sie rutschten rund 50 Meter tief hinunter, stürzten dann zwei Meter tief über den Rand in eine Gletscherspalte hinein, blieben auf einer Schneebrücke liegen. Dort setzten sie den alpinen Notruf 140 ab.

Sie lagen neben dem Abgrund
„Die beiden sind nur drei bis vier Meter neben dem Abgrund gelegen. Da hätte es nicht mehr viel gebraucht“, erzählt Wilfried Schrempf Bergretter und in zweiter Generation Wirt der Seethalerhütte, die nach dem Totalumbau im Oktober neu eröffnet wird. Er musste 200 Meter zur Unfallstelle aufsteigen, leistete Erste Hilfe und organisierte dann die Rettung aus der Luft. Schrempf sagt: „Die Mutter hatte ein Wirbelverletzung und ein paar Rippenbrüche, eine Hand war abgesplittert. Das Dirndl hat sich nichts getan.“

Mit Hubschrauber geborgen
Die beiden Alpinistinnen wurden mit dem Rettungshubschrauber Christophorus 14 geborgen und in das Landeskrankenhaus Salzburg geflogen.

Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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