Mo, 15. Oktober 2018

Letzter Wurf stark

28.07.2018 21:02

Weißhaidinger bei EM-Probe in Andorf mit 65,57 m

Österreichs Leichtathletik-Aushängeschild Lukas Weißhaidinger hat sich am Samstag in Andorf für die bevorstehende EM am 8. August in Berlin gut eingeworfen. Der 26-jährige Oberösterreicher probte seinen genauen EM-Ablauf und steigerte sich nach einem Fehlversuch bis zum sechsten Wurf auf 65,57 m. Der Diskuswerfer ist bei der EM die größte ÖLV-Medaillenhoffnung. 

Ansonsten war beim vierten und letzten Meeting der Austria-Top-Meeting-Serie der Laufsport im Zentrum des Geschehens. Topstar aus internationaler Sicht war 200-m-Weltmeister Ramil Guliyev. Bei 0,7 m/s Gegenwind wurden die 100 m in 10,15 Sekunden eine Beute des Türken, der vor dem Österreicher Samuel Reindl (10,76) gewann. Auch die 200 m gewann Guliyev klar in 20,18 vor Markus Fuchs (ULC Mödling/21,28). Über 400 m setzte sich Dominik Hufnagl in 47,45 Sekunden durch, er verpasste jedoch das EM-Limit (46,70) um eine dreiviertel Sekunde.

Lukas Weißhaidinger hatte in Andorf zunächst mit dem drehenden Wind Probleme. „Drei Würfe lang waren wir ratlos, der Diskus fand kein Luftpolster, stürzte regelrecht ab“, gab Weißhaidinger zu. Zudem haderte der Oberösterreicher ein wenig mit dem „etwas in die Jahre gekommenen Diskusring“. Mehr als Würfe über 60 m waren unter diesen Bedingungen nicht möglich.

Erst letzter Versuch klappte nach Wunsch
Erst im sechsten und letzten Versuch klappte es nach Wunsch, bei Gegenwind landete der Diskus bei 65,67 m. „Das war beachtlich, mit dieser Leistung können wir beruhigt nach Berlin fliegen“, atmete auch sein Coach Gregor Högler auf. Weißhaidinger fliegt am 5. August nach Berlin, ehe es am 7. in die Qualifikation geht. Um die Medaillen geht es am Tag darauf.

Besonders knapp gescheitert ist hingegen sein ÖLV-Pendant bei den Frauen: Susanne Walli verpasste als Dritte über 400 m das EM-Limit in 53,44 Sekunden um nur vier Hundertstel. Die neue persönliche Bestleistung war ein schwacher Trost: „Das ist natürlich super, aber es ist schon bitter, so knapp am Limit vorbei zu sein. Aber ich muss zufrieden sein, ich bin ja noch nie so schnell gelaufen.“

Die 100 m der Frauen gewann die für die EM qualifizierte Alexandra Toth (11,75), während sich über 200 m die Jamaikanerin Yanique Haye-Smith in 23,59 durchsetzte. Sie war damit knapp langsamer als das für Österreich nötige EM-Limit über diese Distanz (23,50). Die zweitplatzierte Toth verfehlte dieses klar in 24,32. Haye-Smith gewann auch den 400-m-Bewerb.

Schrott trat im Finale nicht an
Die 100 m Hürden der Frauen gingen in 13,52 Sekunden an Verena Preiner vor ihren Mehrkampf-Kolleginnen Karin Strametz (13,53) und Ivona Dadic (13,65). Spezialistin Beate Schrott trat im Finale nicht an, im Vorkampf war sie 13,20 gelaufen. Auch im Speerwurf gab es einen Sieg für eine Berlin-Teilnehmerin, Mehrkämpferin Sarah Lagger gewann mit neuer persönlicher Bestleistung von 49,26 m vor Staatsmeisterin Patricia Madl (46,73). Bei den Herren ging Platz eins an den Slowaken Patrik Zenuch (70,20 m), Zehnkämpfer Dominik Distelberger warf im EM-Test 54,38 Meter weit.

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