Mo, 22. Oktober 2018

EuGH-Urteil

25.07.2018 11:44

Kennzeichnungspflicht auch für „neue Gentechnik“

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat am Mittwoch entschieden, dass durch Mutagenese gewonnene Organismen genetisch veränderte Organismen (GVO) seien und grundsätzlich den in der GVO-Richtlinie vorgesehenen Verpflichtungen unterliegen würden. Damit müssen derart erzeugte Lebensmittel auch weiterhin speziell geprüft und gekennzeichnet werden, bevor sie in den Handel gelangen.

Von diesen Verpflichtungen ausgenommen seien die mit Mutagenese-Verfahren gewonnenen Organismen, die seit Langem als sicher gelten - also bereits Überprüfungen durchlaufen haben. Allerdings stünde es den EU-Staaten frei, diese Organismen unter Beachtung des Unionsrechts den in der GVO-Richtlinie vorgesehenen oder anderen Verpflichtungen zu unterwerfen, urteilten die EU-Richter. Mit Mutagenese werden alle Verfahren bezeichnet, die es - anders als die Transgenese - ermöglichen, das Erbgut lebender Arten ohne Einführung einer fremden DNA zu verändern. Statt die Mutation durch eine fremde DNA auszulösen, werden Moleküle zugesetzt, welche dann die Veränderung im Erbgut hervorrufen.

Das Urteil des EuGH war mit Spannung erwartet worden. Konsumentenschützer fürchteten, dass im schlimmsten Fall gentechnisch veränderte Lebensmittel ungekennzeichnet ihren Weg in die Supermärkte finden könnten. Die neuen Methoden wie etwa Anwendungen der Genschere Crispr/Cas9 gelten als besonders günstig, schnell und präzise. Sie kommen bei Saatgut, aber auch der Züchtung von neuen, widerstandsfähigeren Pflanzenhybriden zum Einsatz.

 krone.at
krone.at

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.