Das Malheur passierte beim "Harrier-Sprung", bei dem er in Rückenlage geriet und schlecht landete. Schönfelder fuhr noch ins Ziel, fiel aber dort zu Boden und musste hinausgetragen werden, nachdem er es selbst nicht einmal auf allen Vieren geschafft hatte. "Ich hab sofort einen Stich gespürt und im Moment große Schmerzen. Ich fürchte, es ist etwas im linken Knie kaputt, auch wenn nichts gerissen sein dürfte", sagte ein am Boden zerstörter Schönfelder.
Die Verletzung ist nach der ersten Untersuchung sowie der Auskunft von ÖSV-Teamärztin Alexandra Reimann möglicherweise nur eine Dehnung des Außenbandes im linken Knie. Der Kärntner entschloss sich nach dieser Diagnose zu einem Verzicht auf eine Magnetresonanz-Untersuchung vor Ort wie auch auf einen Superkombi-Start am Freitag. Stattdessen begab sich Schönfelder auf die Heimreise. Er will sein Knie in der Heimat untersuchen lassen.
Training bei minus 20 Grad
Nach dem verschneiten Sprint-Test vom Vortag (Bericht in der Infobox) ging das zweite Training bei Prachtwetter und vom Originalstart, dafür aber bei Temperaturen von fast 20 Grad minus in Szene. Und obwohl der Kurs auf der Raubvogelpiste deutlich mehr dreht als vergangenes Jahr, setzte Walchhofer gleich wieder den Maßstab.
"Ab dem Mittelteil war es eine perfekte Fahrt von mir, oben habe ich noch Reserven", machte der 34-jährige Abfahrts-Weltcupsieger klar, dass er sich am Samstag dennoch auf einen harten Kampf gefasst macht. "Cuche ist in Superform, es wird also eine Superfahrt von mir brauchen." Der Südtiroler Werner Heel witzelte: "Alle sagen, der Walchi kann keine Kurven fahren und dann knallt er so eine Bestzeit hin!"
Bode Miller schweigt weiter
Auch Aksel Lund Svindal als Vierter und Bode Miller als Fünfter zeigten auf, dass man mit ihnen rechnen muss. Während der am Bein bediente Norweger freundlich plauderte ("Alleine, dass ich hier auf Ski stehe, ist viel wert"), ließ der seit Saisonbeginn schweigende Miller auch diesmal die wegen Olympia zahlreichen US-Journalisten in der Sonne stehen.
Rainer Salzgeber ("Ich werde mit Bode darüber nochmals reden müssen") von Millers Skiausrüster Head hat mit Millers Schweigen ebenso keine Freude wie das US-Team, in das Miller zurückgelehrt ist. "Er hat eben beschlossen, die Ergebnisse sprechen zu lassen. Wir zwingen niemanden", erklärte US-Medienmann Doug Haney bedauernd. Miller selbst reagierte indirekt und das auch nicht gerade freundlich. Er habe zuvor mit dem Team eine Schulklasse besucht, die Kinder hätten sich ehrlich dafür interessiert, was er denke.
Baumann zweitbester des ÖSV-Teams
Zweitbester ÖSV-Fahrer im Training war Romed Baummann als Elfter unmittelbar vor Mario Scheiber. Der an Asthma leidende Baumann tat sich bei den eisigen Temperaturen besonders schwer. "So gesehen ist die Leistung sehr okay", meinte der Tiroler, der die letzte Superkombi gewonnen hat und am Freitag zu den Mitfavoriten zählt. Vor allem, weil die Kombi-Abfahrt von ganz oben gefahren wird.
Scheiber wiederum denkt gerade nach, sich wegen seines Knorpelschadens im Knie sogar noch schnell operieren zu lassen. "Ich warte jetzt aber mal ab, wie es in Beaver geht und entscheide dann", sagte der Osttiroler.
Klassement des zweiten Trainings:
Rang | Name | Nation | Zeit |
1. | WALCHHOFER Michael | AUT | 1:45.36 Min. |
2. | CUCHE Didier | SUI | 1:45.64 |
3. | DEFAGO Didier | SUI | 1:46.42 |
4. | SVINDAL Aksel Lund | NOR | 1:46.76 |
5. | MILLER Bode | USA | 1:46.79 |
6. | JANKA Carlo | SUI | 1:46.88 |
7. | BERTRAND Yannick | FRA | 1:46.98 |
8. | BÜCHEL Marco | LIE | 1:47.00 |
8. | NYMAN Steven | USA | 1:47.00 |
10. | HEEL Werner | ITA | 1:47.01 |
Weiters: | |||
11. | BAUMANN Romed | AUT | 1:47.07 |
12. | SCHEIBER Mario | AUT | 1:47.10 |
14. | KRÖLL Klaus | AUT | 1:47.16 |
18. | STREITBERGER Georg | AUT | 1:47.24 |
27. | GRUGGER Hans | AUT | 1:47.68 |
30. | GRUBER Christoph | AUT | 1:47.83 |
33. | RAICH Benjamin | AUT | 1:47.92 |
45. | BUDER Andreas | AUT | 1:48.66 |
49. | SCHEIBER Florian | AUT | 1:49.10 |
57. | PUCHNER Joachim | AUT | 1:49.54 |
62. | SCHÖNFELDER Rainer | AUT | 1:49.78 |
76. | KRAMER Manuel | AUT | 1:53.05 |
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