Beaver-Creek-Abfahrt

Erstes Training als Hundertstel-Krimi, Scheiber Vierter

Sport
03.12.2009 00:32
Das erste Abfahrtstraining der Herren in Beaver Creek ist am Mittwoch nach zweimaliger Verschiebung mit zweieinhalb Stunden Verspätung in Szene gegangen und zu einem Kurzauftritt mit Hundertstel-Entscheidungen geworden. Schnellster auf verkürzter Piste war der Schweizer Ambrosi Hoffmann, dessen Bestzeit bei 49,07 Sekunden lag. Bester des ÖSV-Teams war - mit 3/100 Rückstand - Mario Scheiber (Bild).

Wegen Neuschnees wurde nur vom Riesentorlauf-Start gefahren. ÖSV-Newcomer Max Franz sorgte mit einem Sturz bei einem Sprung für eine längere Unterbrechung, der Kärntner riss sich das vordere Kreuzband im rechten Knie (siehe Infobox).

Bei gestandenen Abfahrern wie Michael Walchhofer oder Klaus Kröll hielt sich die Begeisterung für den wenig aussagekräftigen "Sprint" auf der spektakulären Piste natürlich in Grenzen, Christoph Gruber, der mit Rainer Schönfelder sowie einigen jungen ÖSV-Läufern wie schon in Lake Louise um einen Startplatz für die Spezialabfahrt am Samstag rittern muss, sprach von einer "Alibi-Aktion."

Abfahrer kritisieren "kastrierte" Raubvogelpiste
Kröll holte überhaupt zu einer Pauschalkritik aus, weil man offenbar den oberen und am Mittwoch nicht befahrenen Teil der "Raubvogelpiste" noch kurviger als zuletzt gesetzt hat. "Völlig kastriert, wir fahren ja nur noch Querfahrten. Ich weiß nicht, wo das hinführen soll", meinte der Steirer.

Österreichs junge Garde aber auch von Verletzungen zurückgekehrte Fahrer waren wiederum nicht ganz unfroh, dass das erste Training auf der hervorragend präparierten aber von 2,7 auf 1,4 Kilometer verkürzten Piste nur von der Steilhang-Ausfahrt weg gefahren wurde. Denn schon der erste Sprung nach nur zehn Fahrsekunden (Screech Owl) ging extrem weit und ins Flache. "Trotz Neuschnee und verkürzter Strecke gleich bis zum K-Punkt gesprungen", urteilte Kröll.

Die ersten 40 innerhalb von einer Sekunde
Wegen der verkürzten Strecke trennten die vordersten Piloten nur Wimpernschläge. Mario Scheiber lag als Vierter und bester Österreicher nur drei Hundertstel hinter Hoffmann. "Ich war zuerst nicht glücklich, dass verkürzt wurde, weil es nicht so aussagekräftig ist. Aber dann war es für mich doch gut, weil ich doch schon lange nicht mehr richtig gesprungen bin", erklärte der Osttiroler, der fast ein ganzes Jahr pausieren hatte müssen. "Mir macht das linke Knie derzeit Probleme. So gesehen bin ich froh, dass ich das heute gut absolviert habe."

Am Freitag findet Super-Kombination statt
Das Programm in Beaver Creek beginnt diesmal erst am Freitag und mit der Superkombination. Ein Bewerb, der von den Abfahrern diesmal auch deshalb heftig kritisiert wird, weil man dafür in Beaver Creek den Super-G geopfert hat. Michael Walchhofer nannte das gar "ein Verbrechen".

Allrounder wie Benjamin Raich oder Rainer Schönfelder sehen das naturgemäß ganz anders. "Es ist schwach, wenn sich Leute keine Gedanken machen und nur aus dem eigenen Vorteil heraus argumentieren. Jammern tun eh nur die, die keine Super-Kombi fahren", schoss Schönfelder zurück. "Ich bin für alles, was für den Sport ist!"

Ergebnis des ersten Trainings:

Rang

Name

Nation

 Zeit

1.

HOFFMANN Ambrosi

SUI

49.07 Sek.

2.

KREUZER Ralf

SUI

49.08

3.

BERTRAND Yannick

FRA

49.09

4.

SCHEIBER Mario

AUT

49.10

5.

PERKO Rok

SLO

49.13

6.

WEIBRECHT Andrew

USA

49.29

6.

JÄRBYN Patrik

SWE

49.29

8.

FISHER Erik

USA

49.32

9.

GRUGGER Hans

AUT

49.33

10.

ZRNCIC-DIM Natko

CRO

49.39

10.

SULLIVAN Marco

USA

49.39

10.

DALCIN Pierre-Emmanuel

FRA

49.39

10.

OLSSON Hans

SWE

49.39


Weiters:

 

 

14.

SCHÖNFELDER Rainer

AUT

49.45

16.

BAUMANN Romed

AUT

49.48

18.

STREITBERGER Georg

AUT

49.53

22.

WALCHHOFER Michael

AUT

49.60

27.

KOSTELIC Ivica

CRO

49.65

28.

DEFAGO Didier

SUI

49.67

29.

CUCHE Didier

SUI

49.69

32.

JANKA Carlo

SUI

49.84

34.

RAICH Benjamin

AUT

49.88

40.

BUDER Andreas

AUT

50.07

46.

KRÖLL Klaus

AUT

50.18

47.

MILLER Bode

USA

50.19

49.

PUCHNER Joachim

AUT

50.21

51.

BÜCHEL Marco

LIE

50.22

55.

SCHEIBER Florian

AUT

50.33

57.

SVINDAL Aksel Lund

NOR

50.36

67.

GRUBER Christoph

AUT

50.64

69.

LIGETY Ted

USA

50.72

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