Slalom in Aspen

Zahrobska siegt, Schild zurück am Podest, Zettel 3.

Sport
29.11.2009 22:50
Sarka Zahrobska hat am Sonntag den zweiten Damen-Slalom der Weltcupsaison 2009/10 in Aspen (USA) gewonnen. Die Tschechin siegte mit einer Gesamtzeit von 1:43,35 Minuten vor der Österreicherin Marlies Schild (+0,58 Sekunden), die nach langer Verletzungspause aufs Podest zurückgekehrt ist, und Kathrin Zettel (+0,77), die mit 220 Punkten die Führung im Gesamtweltcup übernahm.

Die Siegerin des ersten Slaloms in Levi (Finnland), die Deutsche Maria Riesch (+1,95), wurde hinter ihrer jüngeren Schwester Susanne Riesch (+1,46) Fünfte.

Schild erneut sensationell stark
Nicht einmal eine Stunde nachdem ihr Lebensgefährte Benjamin Raich in Lake Louise knapp am Sieg im Super-G vorbeigefahren war, belegte auch Schild in Colorado Platz zwei. Ein wahrlich "silberner" Tag für Österreichs Skipärchen Nummer eins. Zwei Wochen, nachdem sie beim Comeback in Levi bereits Sechste geworden war, fuhr Schild trotz gravierender Fehler im Finale klare Bestzeit und damit im zweiten Comeback-Rennen bereits auf das Podest.

Und das, obwohl sie wegen der pickelharten Eispiste ihr vor 13 Monaten so schwer verletztes Bein schonen musste und sich zwischen den Durchgängen nur humpelnd fortbewegen konnte. "Es war sehr, sehr schwierig. Ich hatte in beiden Läufen grobe Fehler. Aber ich habe auch gesehen, dass ich es wieder drauf habe, ich habe mich, glaube ich, noch nie so gefreut wie heute", sagte Schild mit Tränen in den Augen. Sie habe schon in Levi mit einer Durchschnittsleistung die Top-Ten geschafft. "Heute bin ich überglücklich mit dem zweiten Platz und möchte das mitnehmen in die nächsten Rennen."

Zettel führt im Gesamtweltcup
Die Niederösterreicherin Zettel holte den sechsten Podiumsplatz in ihren vergangenen neun Aspen-Rennen seit 2005, nur der zweite Sieg gelang ihr auf ihrem maßgeschneiderten Lieblingshang nicht. Sie tröstete sich als Riesentorlauf-Zweite und Slalom-Dritte über 38.000 Franken Preisgeld und der Führung in der Weltcup-Gesamtwertung mit 220 Punkten, nachdem die am Rücken verletzte bisherige Leaderin Tanja Poutiainen (Finnland) zum Slalom nicht angetreten war, Lindsey Vonn (USA) ausschied und die Deutsche Maria Riesch (mit 176 Punkten Gesamtzweite) Fünfte wurde.

Aber dass sie als Führende am Montag zurück in die Heimat flog, war der Niederösterreicherin relativ egal. "Weil's mir nichts bringt", so die Göstlingerin. Sie wird diese Führung kommende Woche kampflos abgeben müssen, weil sie bei den Speedrennen in Lake Louise nicht antritt und erst in Aare wieder zurückschlagen können.

"Ich bin froh, dass das Knie hält"
"Es war ein Traumwochenende. Drittes Rennen, drittes Podium - ich kann mich nicht beschweren", sagte die Niederösterreichern, die wegen ihrer Kniescheibenprobleme das halbe Sommertraining verpasst hatte und immer noch Schmerzen hat. "Ich bin froh, dass das Knie hält. Es ist spürbar, wenn es hart und eisig ist", so Zettel.

Nur an Zahrobska bissen sich beide ÖSV-Damen die Zähne aus. Die Weltmeisterin von 2007 hatte hier im Vorjahr ihren ersten Weltcupsieg seit ihrem WM-Titel gefeiert und ließ nun an gleicher Stelle ihren zweiten folgen. Die Tschechin war in Lauf eins 1,07 Sekunden schneller als Zettel und 1,49 als Schild - das reichte. "Marlies war sehr gut im zweiten Lauf. Zum Glück hatte ich einen großen Vorsprung", atmete Zahrobska durch. Zettel lobte die Siegerin. "Ihr Fahrstil für hier ist perfekt, sie fährt geschmeidig, ruhig und mit viel Gefühl."

Viele Ausfälle und große Zeitrückstände
Einen Tag nach dem Riesentorlauf auf völlig vereister Piste hatte man die Rennstrecke mit Steigeisen zwar etwas aufgeraut, dennoch wurde auch der Slalom keine gute Werbung für den Damenrennlauf. 24 Ausfälle alleine in Lauf eins sowie gigantische Zeitrückstände führten dazu, dass man sich mit 5,28 Sekunden Rückstand noch für das Finale qualifizierte.

Es wären also billige Punkte zu holen gewesen, aber während die Deutschen und die Franzosen mehrere junge Läuferinnen in die Top-Zwölf brachten, punkteten im ÖSV-Lager nur noch Elisabeth Görgl (25.) und die RTL-Fünfte Eva-Maria Brem, mit Nummer 62 auf Rang 28 fuhr. ÖSV-Cheftrainer Herbert Mandl bedauerte: "Sie hätten alle nur ganz normal runterfahren müssen. So eine Chance bekommen sie sobald nicht wieder."

Tirolerin Daum erlitt Knieverletzung
Die Tirolerin Alexandra Daum hat sich im ersten Durchgang eine schwere Knieverletzung zugezogen. Weitere Informationen dazu findest du in der Infobox!

Endklassement des Slaloms in Aspen:

Rang

Name

Nation

1. DG

2. DG

 Endzeit

1.

ZAHROBSKA Sarka

CZE

52.14

51.31

1:43.45 Min.

2.

SCHILD Marlies

AUT

53.63

50.40

1:44.03

3.

ZETTEL Kathrin

AUT

53.21

51.01

1:44.22

4.

RIESCH Susanne

GER

54.13

50.78

1:44.91

5.

RIESCH Maria

GER

54.23

51.17

1:45.40

6.

BARTHET Anne-Sophie

FRAU

54.94

51.39

1:46.33

7.

AUBERT Sandrine

FRA

54.52

52.26

1:46.78

8.

GEIGER Christina

GER

54.99

51.89

1:46.88

8.

GIUS Nicole

ITA

54.30

52.58

1:46.88

10.

PÄRSON Anja

SWE

55.04

52.18

1:47.22


Weiter:





16.

MAZE Tina

SLO

57.02

50.79

1:47.81

25.

GÖRGL Elisabeth

AUT

55.44

53.07

1:48.51

28.

BREM Eva-Maria

AUT

57.12

52.81

1:49.93

Ausgeschieden im 1. Durchgang u.a.:
Alexandra Daum, Anna Fenninger, Simone Streng, Michaela Kirchgasser (alle AUT), Chiara Costazza, Manuela Mölgg (beide ITA), Fanny Chmelar, Kathrin Hölzl(beide GER), Lindsey Vonn (USA), Therese Borssen (SWE)

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(Bild: KMM)



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