Di, 13. November 2018

Studie schockt

06.07.2018 15:05

Brasilien: Team der vaterlos aufgewachsenen Kicker

Es ist eine erschreckende Studie, die das brasilianische Wirtschaftsforschungsinstitut (IPEA) präsentierte: Demnach sind 40 Prozent der brasilianischen Haushalte von Frauen geführt und in 12 Millionen Familien leben Kinder, die vom Vater verlassen wurden. Oft sucht der Vater schon das Weite, bevor das Kind überhaupt geboren wurde. Die brasilianische Nationalmannschaft widerspiegelt diese Verhältnisse, 9 Spieler von 23 kommen aus solchen Haushalten, acht von diesen neun sind ohne Vater aufgewachsen. 

„Als Kind vermisste ich meinen Vater so sehr, dass ich das kaum ausdrücken kann. Ich war sehr klein, als sich meine Eltern scheiden ließen, ich hatte niemanden, der mir die Richtung zeigte. Zwei-Drei Jahre später traf ich meinen Ziehvater, der mich immer unterstützte und immer half, wenn ich Hilfe brauchte. Ohne Bedingungen. Wir hatten kaum Geld, es kam uns aber nie in den Sinn, mit dem Fußball aufzuhören.“ Das waren die Worte von Thiago Silva, zitiert von der spanischen Tageszeitung „El Pais“. Silva ist einer der Glücklichen, der einen Ziehvater bekam. Seinen Mitspielern wurde das nicht zuteil:  

Gabriel Jesus:
Sein Vater verließ die Familie noch vor seiner Geburt, wurde von seiner Mutter großgezogen. Er widmet ihr alle seine Tore.
Paulinho (im Bild oben:
Vater verließ die Familie nach seiner Geburt, wuchs mit seiner Mutter und seinem Bruder auf, zog mit 13 schon an die Akademie von Sao Paulo.
Cassio:
Auch sein Vater verließ seine Mutter, sobald er von der Schwangerschaft erfuhr. Er traf seinen Vater noch nie.
Marcelo:
Seine Eltern ließen sich scheiden, Marcelo wuchs bei seinen Großeltern auf, er widmet ihnen alle seine Tore.
Miranda:
Er war 11 Jahre alt, als sein Vater starb. Seine Mutter zog zwölf Kinder groß.
Thiago Silva:
Er war fünf Jahre alt, als sich seine Eltern scheiden ließen, seitdem hat er seinen Vater nicht mehr gesehen. Seinem Ziehvater ist er ewig dankbar: „Er war immer für mich da.“
Casemiro (unten im Bild):
Er war drei Jahre alt, als seine Eltern auseinandergingen, seine Mutter zog ihn groß. Taison: Sein Vater war ein Alkoholiker und ließ sich noch in Taisons Kindheit scheiden.
Taison:
Er wuchs mit zehn Geschwistern auf, er musste schon ganz jung untertags arbeiten. Er schlug sich als „flanelinha“, als Straßenjunge durch, der Autos von reicheren Bürgern reinigte.
Fagner:
Seine Eltern ließen sich scheiden, er wuchs mit seinem Vater auf, hat kaum Kontakt zu seiner Mutter

krone Sport
krone Sport

Kommentare

Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Tabellen
Spielplan

WM-Newsletter

Alle News und Updates zur WM in Russland direkt in's Postfach.