Fr, 20. Juli 2018

Drama vor Phuket

06.07.2018 06:14

Schiffsunglück: Dutzende Touristen vermisst

Nach einem Schiffsunglück vor der thailändischen Urlaubsinsel Phuket sind am Donnerstag mehr als 50 überwiegend aus China kommende Touristen vermisst worden. Die Suche sei abgebrochen worden und werde in der Früh fortgeführt, sagte der Gouverneur von Phuket, Noraphat Plodthong, am späten Abend. Das Touristen-Boot mit rund 90 Menschen an Bord war wenige Stunden zuvor gekentert.

Videoaufnahmen legen nahe, dass einer der Schiffbrüchigen tot aufgefunden wurde. Das für Tauchausflüge genutzte Boot „Phoenix“ war gegen 16.00 Uhr Ortszeit in einen Sturm geraten, wie der Kapitän des Bootes in einem Fernsehinterview berichtete. Fünf Meter hohe Wellen hätten das Deck überschwemmt und das Boot nach und nach zum Kentern gebracht.

Er habe daraufhin die Bootsinsassen aufgefordert, Rettungswesten anzulegen. Bis auf zwei „Weiße“ seien alle Passagiere chinesische Touristen gewesen, sagte der Kapitän. In einem Video, das auf einer offiziellen Facebook-Seite der Provinz Phuket gezeigt wurde, ist zu sehen, wie der leblose Körper eines Mannes mit einer Rettungsweste der „Phoenix“ aus dem Wasser gezogen wird.

Suche bis spät in die Nacht
Etwas weniger als die Hälfte der rund 90 Menschen sei gerettet worden, teilten die thailändischen Behörden mit. Nach den anderen wurde bis spät in die Nacht gesucht. Zwischenzeitlich hatten die Behörden die Zahl der Vermissten mit rund 20 angegeben.

Die „Phoenix“ war von der südlicher gelegenen Inselgruppe Koh Racha auf dem Rückweg nach Phuket. Die Gegend ist für ausländische Touristen, darunter viele aus Deutschland, ein beliebtes Reiseziel.

Laut Gouverneur Noraphat war am Mittwoch eine Wetterwarnung herausgegeben worden. „Es gab heute Abend starke Winde“, sagte er und fügte hinzu, dass zehn weitere Freizeitboote in Seenot geraten seien und von Rettungsschiffen von Polizei und Marine betreut würden.

Zudem sollen zwei weitere Boote in der Gegend gekentert sein. In beiden Fällen wurden nach Angaben der Behörden alle Insassen lebend gerettet. Fotos von durchnässten und entkräfteten Menschen, die in Rettungswesten in Sicherheit gebracht wurden, tauchten in den sozialen Medien auf.

Die thailändische Regierung kündigte deshalb eine Untersuchung des Unglücks an. Die Polizei teilte mit, sie ermittle gegen den Kapitän und den Besitzer der Fähre.

Häufig tödliche Unfälle mit Schiffen oder Bussen
In Thailand gibt es häufig tödliche Unfälle mit Schiffen, Bussen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Sicherheitsstandards sind niedrig. Erst am Dienstag war vor der Küste der Insel Sulawesi im benachbarten Indonesien eine Fähre mit rund 190 Menschen an Bord leckgeschlagen. Mindestens 34 Menschen - unter ihnen auch ein Kind - kamen dabei ums Leben. Laut Angaben der Behörden hatten zahlreiche Passagiere versucht, sich durch einen Sprung ins Wasser zu retten, als das Schiff wenige Hundert Meter vor der Küste bei starkem Wind und hohem Wellengang auf Grund lief.

 krone.at
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