Mo, 16. Juli 2018

„Diktatorische Züge“

05.07.2018 16:43

„Sozialer Schwarzer“ beschimpft Kurz & Bundes-ÖVP

Na bumm! Dass das politische Verhältnis zwischen Wien und Tirol innerhalb der Volkspartei nicht immer das Beste ist, hat sich in der Vergangenheit schon mehrmals gezeigt. Doch jetzt scheint es eine neue Stufe der Eskalation erreicht zu haben. Grund dafür ist das von der ÖVP-FPÖ-Regierung beschlossene neue Arbeitszeitgesetz. Tirols schwarzer Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl holte deshalb zum Rundumschlag gegen Kanzler Sebastian Kurz und die Bundes-ÖVP aus. „Die türkisen Putschisten sitzen nun an der Spitze“, kritisierte Zangerl. Zudem weise der Kanzler für ihn „diktatorische Züge“ auf. Zangerl selbst sieht sich als „sozialen Schwarzen“ und bekam prompt Lob von der SPÖ.

Bereits im April sorgte Zangerl mit harscher Kritik an der türkisen Bundes-ÖVP wegen der geplanten Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger und einer möglichen Auflösung der AUVA für einen innerparteilichen Disput. „Ich bin noch einer der wenigen sozialen Schwarzen, aber je weiter man in den Osten Österreichs kommt, da trifft man fast nur noch türkise Unsoziale“, sagte der Tiroler AK-Präsident damals.

„Aus der schwarzen ÖVP wurde eine unsoziale türkise Partei“
Am Donnerstag legte er wegen der türkis-blauen Arbeitszeitflexibilisierung nach. „Diese Regierung ist eine PR-Agentur. Aus der schwarzen ÖVP wurde eine unsoziale türkise Partei“, sagte er im Interview mit der deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“. Kanzler Kurz fühle sich laut Zangerl lediglich Großspendern verpflichtet, sein Führungsstil weise „diktatorische Züge“ auf.

„Die türkisen Putschisten sitzen nun an der Spitze“
Zudem unterstellte Zangerl den Kurz-Vertrauten in der Bundes-ÖVP einen internen Putsch. Ihm zufolge üben diese Druck auf die eigenen Mandatare aus. „Die türkisen Putschisten sitzen nun an der Spitze und bezahlen mit Zinsen an die Großsponsoren und die Industriellenvereinigung zurück, was die ihnen im Wahlkampf gespendet haben. Das gab es früher in diesem Ausmaß nicht, das ist demokratiegefährdend“, so Zangerl.

„Ein kleiner Kreis entscheidet und der Rest wird dumm gehalten“
Die türkisen Mandatare im Nationalrat verschonte Zangerl mit Kritik. „Ein kleiner Kreis entscheidet, und der Rest wird dumm gehalten. Das ist erschütternd.“ Zangerl nahm am vergangenen Wochenende sogar an der Demo von Gewerkschaften und SPÖ gegen das neue Arbeitszeitgesetz teil. Er trug dabei ein T-Shirt mit der Aufschrift „Soziale Schwarze“. Lob bekam Zangerl am Donnerstag von SPÖ-Klubobmann Andreas Schieder: „Zangerl ist wohl der letzte soziale Schwarze.“

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.